Letzte Änderung: 02.03.2021, 08:06 Uhr

DEMAND

Implementierung einer standardisierten Ersteinschätzung als Basis eines Demand Managements in der ambulanten Notfallversorgung

Im Rahmen des Projektes „DEMAND – Implementierung einer standarisierten Ersteinschätzung als Basis eines Demand Managements in der ambulanten Notfallversorgung“ arbeitet die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein als eine von elf KVen zusammen mit dem aQua-Institut (Konsortialführer) sowie u. a. der Arztrufzentrale NRW und dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) daran, eine effizientere Nutzung der von KVen und Krankenhäusern bereitstellten Ressourcen der Notfallversorgung und damit einhergehend eine verbesserte Versorgung von Patienten mit akuten Behandlungs- und Beratungsbedürfnissen zu erreichen.

Was ist SmED?

Die Software SmED (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) unterstützt medizinisches Fachpersonal dabei sowohl die Dringlichkeit von Alltagsbeschwerden als auch den adäquaten medizinischen Versorgungsbedarf sicher und zügig einzuschätzen. SmED unterstützt das medizinische Fachpersonal am Telefon oder am Tresen einer Bereitschaftspraxis bzw. einer Notaufnahme bei der systematischen Abfrage von Symptomen in Kombination mit allgemeinen und symptomspezifischen Risikofaktoren (z.B. Alter, Geschlecht, Begleitbeschwerden). Während eindeutig lebensbedrohliche Notfälle durch eine Blick- bzw. Hördiagnose meist unmittelbar erkannt werden, hilft SmED, auch nicht offensichtliche abwendbar gefährliche Verläufe zu identifizieren und von harmlosen Alltagsbeschwerden zu unterschieden.

Vorteile der strukturierten Ersteinschätzung mit SmED

  • Auf Basis medizinischer Kriterien lassen sich Patientinnen und Patienten gezielt zum richtigen Zeitpunkt in eine angemessene Versorgungsebene steuern
  • Patientensicherheit und Handlungssicherheit, denn alle Warnzeichen für Notfälle und abwendbar gefährliche Verläufe können sicher erkannt werden
  • Transparente, nachvollziehbare und strukturierte Dokumentation des Befragungsprozesses und daraus resultierende Handlungsempfehlung an den Patienten
  • Einheitlicher Ersteinschätzungsstandard für die kassenärztliche Versorgung.
  • Passives Wissen der Anwenderinnen und Anwender wird aktiviert
  • Erstanamnese ermöglicht es behandelnden Ärztinnen und Ärzten, sich rasch einen Eindruck über das Krankheitsbild zu verschaffen

Das DEMAND-Projekt

Die Kassenärztlichen Vereinigungen richten im Laufe des Jahres 2019 unter der Nummer 116117 Arztrufzentralen ein, die Patienten auf Basis einer Ersteinschätzung eine angemessene Versorgung vermitteln. SmED wird im DEMAND-Projekt in 8 Arztrufzentralen und an rund 20 gemeinsamen Anlaufstellen von Bereitschaftspraxen und Notaufnahmen („Gemeinsamer Tresen“) evaluiert.

Durch den systematischen Einsatz einer strukturierten Ersteinschätzung in den genannten Einsatzbereichen sollen die Notaufnahmen entlastet und Patienten mit nicht schwerwiegenden Beratungsanlässen besser in eine bedarfsgerechte Versorgung im ambulanten Sektor gesteuert werden.

In der Studie wird die Effektivität des Instruments zur Ersteinschätzung und die Steuerung von Patienten in unterschiedlichen Kontexten untersucht. Die Steuerungseffekte werden quantitativ anhand von Routinedaten und qualitativ anhand von Patienten- und Mitarbeiterbefragungen validiert und evaluiert. Projektbegleitend werden unterschiedliche organisatorische Umsetzungsformen in den Modellregionen analysiert. Damit wird in Deutschland erstmals großflächig eine standardisierte Ersteinschätzung erprobt.