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ICD-Diagnosen: Korrektes Kodieren leicht gemacht

Das Foto zeigt einen Arzt, der Daten in einen Computer eingibt

Mehr Morbidität, mehr Vergütung. Gutes Kodieren wird wichtiger für die Praxen.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sollten auf eine korrekte Kodierung achten. Denn durch den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) und über den Gesundheitsfonds fließen den Krankenkassen unterschiedliche Zuschläge für bestimmte Erkrankungen zu. Die sachgerechte ambulante Kodierung hat damit direkte finanzielle Auswirkungen für die Krankenkassen – und somit auch mittelbare für die ambulante Versorgung. Ein höherer finanzieller Bedarf für die Praxen ist auf regionaler Ebene lediglich durch die präzise Darlegung der Morbidität zu belegen. Praxen in Nordrhein sollen den ICD-10 folglich so exakt wie möglich anwenden.

„Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Versicherten in NRW gesünder sind und weniger Versorgung brauchen als die Menschen im Rest der Republik“, betont der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. Peter Potthoff. Doch die Annahme allein reicht nicht. Potthoff: „In Honorarverhandlungen werden wir dafür den Beleg liefern müssen.“

Die KV Nordrhein setzt – wie andere KVen – auf effektive Hilfen für ein unaufwändiges und dennoch korrektes Kodieren. Dazu zählen:

  • Das Angebot einer individuellen Prüfung der ICD-Diagnosen mit der Abrechnung durch die KV Nordrhein. Diese gibt es seit dem 4. Quartal 2011.
  • Schulungen und Veranstaltungen in Kooperation mit den Berufsverbänden für Mitglieder und für Medizinische Fachangestellte ab dem 1. Quartal 2012.
  • Sogenannte Thesauren, die eine schnelle Suche nach den häufigsten Diagnose-Codes einer Fachgruppe ermöglichen. Es gibt sie als Schreibtischauflage und als handliche Version für die Kitteltasche; derzeit für Hausärzte, Urologen und Orthopäden. Weitere Fachgruppen folgen.
  • Mit dem Update für das 1. Quartal 2012 werden die Praxisverwaltungssysteme an die neue Situation angepasst. Dafür gibt es zahlreiche Unterstützungsfunktionen, deren Benutzung freiwillig ist, darunter ein Diagnose-Thesaurus, der auch auf die Belange der Hausärzte zugeschnitten ist. Wichtig: Bereits vorgenommene Anpassungen und Bereinigungen von Bestandsdiagnosen können übernommen werden.
  • KVNO aktuell widmet dem Kodieren eine Serie fachgruppenspezifischer Beiträge zum Thema.

Sachgerechte Kodierung in der ambulanten Versorgung

So kodieren Ihre Kollegen

Die Fortentwicklung der ambulanten Vergütung orientiert sich künftig an der Morbidität der Versicherten. Es ist daher wichtig, die Krankheitsfälle durch Kodieren der Diagnosen nach ICD-10 zu dokumentieren. Damit Sie die Diagnosen in Ihrer Praxis mit denen anderer Praxen Ihrer Fachgruppe vergleichen können, bietet die KV Nordrhein Morbiditätsstatistiken an. Sie zeigen das Spektrum und die Häufigkeit der Diagnosen je Fachgruppe auf.