Letzte Änderung: 19.12.2025, 10:08 Uhr

Fit Für Fieber

Was ist Fit Für Fieber und für wen ist es geeignet?

Fit Für Fieber ist eine vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderte neue Versorgungsform für Kinder mit Fieber. Im Rahmen eines Zwei-Ebenen-Konzepts werden zum einen Kinder- und Jugendarztpraxen durch eine Online-Fortbildung zur aktuellen AWMF-S3-Leitlinie „Fieber bei Kindern und Jugendlichen“ qualifiziert, zum anderen erhalten Eltern eine strukturierte, digital unterstützte Aufklärung zum leitliniengerechten Umgang mit Fieber.

In 172 pädiatrischen Praxen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg wird dafür eine digitale und multimediale Versorgung erprobt: Nach Absolvierung der Online-Schulung führen die Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte im Rahmen einer regulären Vorsorgeuntersuchung (U-Untersuchungen) ein strukturiertes, materialgestütztes Fieberaufklärungsgespräch mit den Sorgeberechtigten durch. Ergänzend erhalten Familien über die PraxisApp „Meine pädiatrische Praxis“, die mehrsprachige FeverApp sowie weitere digitale Angebote ein umfassendes Informationspaket rund um das Thema Fieber.

Gemeinsame Stärkung der Fieberkompetenz von Eltern

Für die Eltern bedeutet Fit Für Fieber, dass sie befähigt werden, Fieber als physiologische Schutz- und Warnreaktion besser zu verstehen, frühzeitig Warnzeichen zu erkennen und nur dann ärztliche oder notfallmäßige Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn dies tatsächlich erforderlich ist. Damit sollen unnötige Notfallvorstellungen, Krankenhauseinweisungen sowie nicht indizierte Verordnungen von Antibiotika und Antipyretika vermieden werden.

Für die teilnehmenden Praxen ist Fit Für Fieber mit einer klar strukturierten, in den Praxisalltag integrierbaren Intervention verbunden, die zusätzlich vergütet wird und keinen gesonderten Studiendokumentationsaufwand erfordert (Dokumentation ausschließlich über eine Abrechnungsziffer). Zugleich leistet jede teilnehmende Praxis – auch in der Kontrollgruppe – einen Beitrag zur wissenschaftlichen Evaluation mit dem Ziel, die Fieberaufklärung perspektivisch als Regelversorgung in die U-Untersuchungen zu integrieren.

Vorteile von Fit Für Fieber für Praxen:

  • Vergütung der Intervention – ohne Studiendokumentationsaufwand: Für das Fieberaufklärungsgespräch erfolgt eine finanzielle Vergütung vorgesehen. Dokumentiert wird lediglich die Abrechnungsziffer!
  • Teilnahme unabhängig von der GKV-Zugehörigkeit: Die Intervention schließt alle Kinder im Rahmen der U4 bis U9 ein. Somit entfällt eine Filterung nach GKV-Zugehörigkeit.
  • Weniger Notfallvorstellungen: Informierte Eltern reagieren besonnener. Das entlastet Ihre Akutsprechstunde und schafft mehr Zeit für die eigentliche Patientenversorgung.
  • Nachhaltiger Beitrag zur Versorgung: Auch Praxen in der Kontrollgruppe leisten, ohne jeglichen Aufwand, einen wichtigen Beitrag, damit Fit Für Fieber als regulärer Bestandteil der U-Untersuchungen verstetigt und künftig von den Krankenkassen übernommen werden kann.

Durch das abgestimmte Zusammenwirken von pädiatrischen Praxen, Kassenärztlichen Vereinigungen und wissenschaftlicher Begleitforschung soll Fit Für Fieber zu einer leitliniengerechten Fieberkompetenz bei Eltern, einer Reduktion unnötiger Arzneimittelverordnungen und zu einer Entlastung der Notfallstrukturen beitragen.