Vertrag Letzte Änderung: 22.06.2020, 15:53 Uhr

I/E-Health NRW

Das Projekt I/E-Health NRW. Hand in Hand bestens versorgt – Interdisziplinäre E-Health-Dienste für die Gesundheitswirtschaft in NRW ist in vier Modellregionen gestartet, in denen die Technologien anhand von vier konkreten Versorgungsszenarien erprobt werden. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit sowohl mit Arztnetzen und Versorgungsverbünden als auch den Anbietern von Praxisverwaltungs- und Klinikinformationssystemen voraus.

Ziel des Projektes
Um die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern, werden in dem Projekt existierende sektorenspezifische Insellösungen für eine multiprofessionelle und interdisziplinäre Versorgung nutzbar gemacht. Dies geschieht mittels einer gemeinsamen IT-Infrastruktur und standardisierter Schnittstellen, die den übergreifenden Austausch von elektronischen Daten gewährleisten. Das Projekt soll Regelungen des E-Health-Gesetzes in Nordrhein-Westfalen umsetzen und wird von wesentlichen Akteuren aus Selbstverwaltung, Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und Wissenschaft getragen.

Ausbau der technischen Infrastruktur
Der elektronische Arztbrief, die elektronische Fallakte oder der Kommunikationsdienst KV-Connect unterstützen bereits heute den Austausch zwischen den verschiedenen Versorgungspartnern. Diese vorhandene technische Infrastruktur wird so erweitert, dass damit alle an der Patientenbehandlung Beteiligten sicher kommunizieren können. Mit einem einheitlichen Verzeichnis lassen sich die Kommunikationspartner eindeutig identifizieren und adressieren. Auf diese Weise können auch komplexe Versorgungsszenarien durch den Austausch zwischen ambulantem und stationärem Sektor realisiert werden. Praxisverwaltungs- und Krankenhausinformationssysteme werden über Schnittstellen angebunden, damit Anwender direkt aus der gewohnten Software heraus kommunizieren können. Datenschutz, die Nutzung internationaler Standards und Migrationsfähigkeit in die Telematikinfrastruktur sind dabei stets im Blick.
 
Die Modellregionen
Die Umsetzung erfolgt in vier Modellregionen anhand spezifischer Versorgungsszenarien in drei Schritten. Nach der Analyse der sektorenübergreifenden Prozesse, der bereits eingesetzten Technologien und des Informationsaustausches wird die IT-gestützte sektorenübergreifende Zusammenarbeit regionenspezifisch entworfen. Die Implementierung erfolgt in Kooperation zwischen den beteiligten Softwareherstellern und Gesundheitseinrichtungen vor Ort. In allen Phasen der Umsetzung werden die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte einbezogen. Regionenübergreifend wird ein Überleitungsmanagement etabliert.

Beteiligte Regionen und Versorgungsszenarien

  • Borken/Ahaus: Demenz-Akte
  • Münster/Kreis Warendorf: Geriatrie-Akte
  • Dortmund: Pädiatrie-Akte
  • Düren/Aachen: Notfall-Pflegeakte

Anwendungsbeispiele
Das Projekt soll eine reibungslose Kommunikation zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zum Nutzen der Patientinnen und Patienten etablieren. Folgende Szenarien verdeutlichen das Ziel des Vorhabens: Eine Patientin kommt zu ihrem Hausarzt und die Behandlungsinformationen aus dem Krankenhaus liegen bereits im IT-System der Praxis vor. Oder: Eine Ärztin wird am Freitagnachmittag zu einem Notfall in ein Pflegeheim gerufen. Durch eine elektronische Akte hat sie die medizinische Vorgeschichte des betroffenen Patienten gleich zur Hand und kann schnell eine sichere Diagnose stellen sowie die Behandlung einleiten. Im Anschluss kann die Ärztin sämtliche Befunde digital und sicher an die Personen und Einrichtungen versenden, die den Patienten weiterbehandeln.

Förderung
Das Verbundvorhaben ist ein Siegerprojekt des Leitmarktwettbewerbs Gesundheit.NRW mit einem Gesamtvolumen von rund 8 Millionen Euro. Im Zeitraum vom 01.09.2016 bis 30.06.2020 wird das Projekt mit rund 4,7 Mio. Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Kooperation
I/E-Health NRW ist ein Kooperationsprojekt von der Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe, der KV Nordrhein, der gemeinsamen IT-Tochter KV-IT GmbH, Healthcare IT Solutions der Uniklinik Aachen, Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, Caritas Trägergesellschaft West, CompuGroup Medical, Duria eG, Fachhochschule Dortmund, St. Franziskus-Hospital Münster, FAC’T IT GmbH Münster, Klinikum Westmünsterland sowie Krankenhaus Düren. Weitere Partner sind das Klinikum Dortmund, Telekom Healthcare Solutions, KV Telematik GmbH, MedEcon Ruhr GmbH, Fraunhofer ISST, RZV Rechenzentrum Volmarstein GmbH sowie Schäfer & Selvi IT-Consulting GbR.

Digital Healthcare NRW e. V.
Der Verein setzt sich aus der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, der Healthcare IT Solutions und der KV-IT GmbH zusammen, wobei die KV-IT GmbH stellvertretend für die KV Nordrhein und die KV Westfalen-Lippe steht. Digital Healthcare NRW e. V. ist Konsortialführer des von Land und EU geförderten Projektes.