EBM Honorar KVNO aktuell Letzte Änderung: 07.02.2022 13:27 Uhr Lesezeit: 1 Minuten

Zweitmeinung vor Wirbelsäulen-Eingriffen: Vergütung geregelt

Für das Zweitmeinungsverfahren vor planbaren Eingriffen an der Wirbelsäule ist jetzt die Vergütung im EBM geregelt worden. Damit können auch Anästhesisten, Neurologen und Neurochirurgen die Aufklärung und Beratung seit 1. Januar 2022 abrechnen.

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Ärztin mit Wirbelsäulen-Modell

Ärzte, die zu einer Operation an der Wirbelsäule raten, sind verpflichtet, ihre Patienten über deren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren und nötige Unterlagen für den Zweitmeiner zusammenzustellen. Dafür können sie die GOP 01645 (75 Punkte/8,34 Euro) abrechnen. Dies gilt bei allen Indikationen, für die der Gemeinsame Bundesausschuss ein Zweitmeinungsverfahren vorsieht.

Mit der Anpassung des EBM ist sichergestellt, dass auch Anästhesisten mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“, Neurologen und Neurochirurgen diese Leistung abrechnen können. Dazu wurde die Präambel der Kapitel 5.1 und 16.1 des EBM angepasst.

Als Erstmeiner bei Operationen an der Wirbelsäule sind auch Orthopäden und Unfallchirurgen, Allgemeinmediziner und Hausarztinternisten mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Schmerztherapie“ sowie Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin berechtigt. Diese Ärzte konnten die Leistung bereits bei anderen Indikationen abrechnen, bei denen Patienten eine zweite Meinung einholen können.

Die Abrechnung der Zweitmeinung selbst ist ebenfalls im EBM geregelt und für alle Indikationen gleich. Danach rechnet der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Sind für seine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls durchführen, muss sie aber medizinisch begründen.

Ärzte müssen alle Leistungen des Zweitmeinungsverfahrens bei der Abrechnung nach bundeseinheitlichen Vorgaben eingriffsspezifisch kennzeichnen. Für den Erstmeiner ist für die Eingriffe an der Wirbelsäule die neue bundeseinheitliche GOP 01645F vorgesehen.

Durch den Zweitmeiner erfolgt eine Kennzeichnung aller im Zweitmeinungsverfahren durchgeführten und abgerechneten Leistungen als Freitext im Feld Freier Begründungstext (KVDT-Feldkennung 5009) mit dem Code 88200F.

 

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