KVNO aktuell Letzte Änderung: 27.04.2026 00:00 Uhr
Zulassungsausschüsse neu besetzt
Die Zulassungsausschüsse der KV Nordrhein starten in neuer Besetzung. Nach einer großen Bewerbungsresonanz bereitet eine Onboarding-Veranstaltung die Ärztinnen und Ärzte auf ihre Rolle in der Selbstverwaltung vor.
Die ersten Sitzungen stehen an, die Unterlagen sind vorbereitet. Viele neue Gesichter bringen frische Perspektiven in die Arbeit der Zulassungsausschüsse in Nordrhein. Mit einer Auftaktveranstaltung starteten die neuen Beisitzerinnen und Beisitzer jetzt offiziell in ihre Aufgabe. Ihr Engagement ist ein wichtiger Baustein der ärztlichen Selbstverwaltung und ein starkes Signal für die ambulante Versorgung in Nordrhein.
Dr. med. Svenja Schäfer ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Geilenkirchen im Kreis Heinsberg: „Wir sind ja im ländlichen Bereich und da sieht man jetzt die Problemlagen, viele Praxen, die abgegeben werden und die gar keine Nachfolger finden“, sagt sie. Auch der Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Olaf Mennicken sowie der Kinderarzt und Kinderkardiologe Dr. med. Carsten Müller haben sich bewusst für ein Engagement entschieden. „Über das Jahr gesehen ist der Einsatz überschaubar. Und es ist auch spannend, ein bisschen Einblick zu bekommen, was so hinter den Kulissen läuft und was so für Leute in die Niederlassung streben und mit welchen Intentionen sie das machen“, sagt Mennicken. Schon die zahlreichen Bewerbungen zeigten das große Interesse vieler Ärztinnen und Ärzte, über die eigene Praxis oder Anstellung hinaus Verantwortung zu übernehmen.
Engagiert für die ambulante Versorgung
Die Aufgaben der Zulassungsausschüsse sind vielfältig und haben unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung vor Ort. Die Mitglieder entscheiden etwa über Neuzulassungen zur vertragsärztlichen Versorgung, über Nachbesetzungen bei Praxisabgaben oder über Genehmigungen von Praxisverlegungen. Auch die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in Praxen und Medizinischen Versorgungszentren sowie Zulassungen im Sonderbedarf gehören zu ihren Aufgaben. Ein wichtiger Punkt, um sich in den Ausschüssen zu engagieren, findet Dr. med. Horst Kinkel, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie: „Es werden die Kriterien dafür geprüft, dass die Voraussetzungen erfüllt sind, wenn jemand die Zulassung beantragt. Außerdem ist wichtig, dass man einfach sieht, dass das in das Portfolio der Versorgung passt“, sagt er.
Erfahrungen aus der Praxis für die Ausschussarbeit
Die Arbeit im Zulassungsausschuss ist ein Ehrenamt, getragen von Ärztinnen und Ärzten, die so ihre Erfahrung und ihre Perspektive in wichtige Entscheidungen für die Versorgung einbringen. „Vor 26 Jahren war ich derjenige, der eine Zulassung haben wollte. Und das war der einzige Kontakt, den ich zu dieser Art Ausschuss hatte“, erinnert sich Dr. med. Jürgen Schulze. Jetzt bringt der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe die Erfahrung aus der Praxis mit in seine neue Aufgabe.
In Nordrhein gibt es drei Zulassungsausschüsse: einen ärztlichen für Köln, einen ärztlichen für Düsseldorf sowie einen für Psychotherapie. Die ärztlichen Ausschüsse in Köln und Düsseldorf sind jeweils in zwei Kammern aufgeteilt. Der Zulassungsausschuss Psychotherapie hat seinen Sitz in Köln und ist für ganz Nordrhein zuständig.
Alle Ausschüsse arbeiten eigenständig und sind paritätisch besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern der KV sowie der gesetzlichen Krankenkassen. Der Vorsitz wechselt regelmäßig zwischen beiden Seiten.
In der Auftaktveranstaltung gab das Team der KV Nordrhein einen Überblick über rechtliche Grundlagen, Abläufe und typische Entscheidungsprozesse in den Ausschüssen.
„Wir haben für die Antragsverfahren ein digitales Antragsmanagement eingeführt. Seit Ende letzten Jahres können Ärztinnen und Ärzte ihre Zulassungsanträge online stellen. Über das Antragsportal lassen sich bereits viele Verfahren aus der Qualitätssicherung digital bearbeiten und nun eben auch die Zulassungsanträge“, erklärt Daniela Hackel, Bereichsleiterin Qualitätssicherung und Zulassungswesen bei der KV Nordrhein und kommissarische Leiterin der Geschäftsstelle Zulassungsausschuss. Auch für die künftige Arbeit in den Zulassungsausschüssen bringt die Digitalisierung neue Konzepte mit sich: „Ein weiteres Ziel für dieses Jahr ist es, die Erstellung der Tagesordnung stärker zu automatisieren. Die vielen Anträge und Daten, die dort zusammenlaufen, sollen künftig digital unterstützt zusammengestellt werden. Erste Tests laufen bereits. Wir hoffen, dass wir bis Ende des Quartals damit arbeiten und das System anschließend weiterentwickeln können“, so Hackel.
- Simona Meyer