KVNO aktuell Letzte Änderung: 17.07.2025 00:00 Uhr
„Wir informieren in der Mittagspause kompakt über die ePA“
Für Praxen aus dem Bereich der KV Nordrhein gibt es eine offene ePA-Sprechstunde. Thomas Höll und seine Kolleginnen und Kollegen von der IT-Beratung beantworten dort Fragen aus dem Praxisalltag.
Was verbirgt sich hinter der ePA-Sprechstunde?
Thomas Höll: Wir bieten die ePA-Sprechstunde online schon seit August letzten Jahres an, ein bis zwei Mal die Woche, immer so, wie die Nachfrage ist. Praxisinhaberinnen und -inhaber, aber auch ganze Teams, können sich idealerweise in ihrer Mittagspause um 13.30 Uhr bei uns kurz und knapp über die elektronische Patientenakte informieren.
Wie ist der Ablauf des offenen Angebots?
Thomas Höll: Ganz kompakt bringen wir in 20 Minuten den Teilnehmern die ePA nahe. Wir informieren über die relevanten Perspektiven aus Praxis- und Patientensicht. Dann gehen wir in einen offenen Austausch und haben eine weitere halbe Stunde im kleinen Kreis. Da können dann Fragen gestellt werden, die sich aufgrund der Präsentation ergeben oder die die Praxen aus ihrem Alltag schon mitbringen.
Welche Fragen haben die Teams aus den Praxen denn?
Thomas Höll: Es geht da zum Beispiel um das Thema Einstellen von Dokumentationen. Was gilt zum Beispiel bei psychischen Erkrankungen oder Schwangerschaftsabbrüchen? Da hat der Gesetzgeber bei sensiblen Daten oder stigmatisierenden Daten gewisse Vorgaben gemacht. Und das sind natürlich vor allem unsere Psychotherapeuten und die Frauenärzte, die an der Stelle besonders aufmerksam sind und überlegen, was es für uns in unserem Arbeitsalltag bedeutet. Das hat der Gesetzgeber eigentlich aus Sicht der Leistungserbringer, der Ärzte, so geregelt, dass der Patient oder die Patientin der Einstellung widersprechen kann. Auf diese Möglichkeit müssen die Patientinnen und Patienten hingewiesen werden.
Welche Rolle haben Patientin und Patient?
Thomas Höll: Die ePA ist eine patientengeführte Akte. Das ist eine Ergänzung für den Patienten, ein Add-on zur normalen Dokumentation im PVS. Wenn die Patientin oder der Patient und der Arzt oder die Ärztin gemeinsam entscheiden oder der Patient allein entscheidet, diese Informationen will ich nicht in meiner ePA haben, dann gehört sie da nicht rein beziehungsweise kann vom Patienten auch selbst gelöscht werden.
Wie sieht es mit technischen Fragen aus?
Thomas Höll: Da wissen die Praxen, wo sie Hilfe bekommen. Die Softwarehersteller haben innerhalb der Programme die klassische Hilfe-Datei. Die haben Hotlines, wo man anrufen kann. Gerade für neue Funktionalitäten informieren die PVS ihre Praxen auch in der Regel ausreichend. Leider haben noch nicht alle Softwarehersteller die technische Integration der ePA in ihr Produkt zu 100 Prozent umgesetzt. Dies sollte aber bis zur verpflichtenden Nutzung am 1. Oktober 2025 erfolgt sein.
Bleibt die ePA-Sprechstunde noch eine Weile erhalten?
Thomas Höll: Die ePA-Sprechstunde wird, solange wir noch Nachfrage haben, in den nächsten Monaten noch angeboten.
Seit dem 29. April ist die elektronische Patientenakte nun im bundesweiten Rollout, vorher war es eine Testphase für wenige Praxen. Aber man muss wissen, dass der Entwicklungsstand in den Praxisverwaltungssystemen nicht einheitlich ist. Es ist für alle Beteiligten noch ein Lernprozess und da treten natürlich viele Fragen auf.
Wie funktioniert die Teilnahme an dem Online-Angebot?
Thomas Höll: Das ist ein Link im KVNO-Portal. Und da klicke ich am entsprechenden Tag einfach drauf. Ich muss mich nirgendwo anmelden, ich kann das ganz spontan und ad hoc machen. Das ist ganz pragmatisch an der Stelle. Das nutzen die Ärzte meist nicht allein, sondern sie kommen tatsächlich auch mit den MFA und dem ganzen Team. Manchmal sitzen die mit drei, vier Leuten vor der Kamera, Butterbrot in der Hand, und machen gemeinsam ihre Mittagspause und sind dann eine halbe Stunde in dieser Sprechstunde, um sich zusammen zu informieren.
Wie ist denn die Resonanz auf die ePA-Sprechstunde?
Thomas Höll: Die Resonanz ist gut. Die ePA-Sprechstunde ist ein zielgerichtetes Format, mit dem wir Fragen beantworten können. Aber auch Befürchtungen, die definitiv mit der ePA einhergehen, lassen sich so thematisieren. Die Teilnahme erfordert keine Vorkenntnisse oder Voraussetzungen. Wir richten uns an Leute, die wissen, dass es eine elektronische Patientenakte gibt. Und alles andere erzählen wir in diesen 20 Minuten, bevor wir die Fragen beantworten, die dann noch offen sind.
- Simona Meier