IT KVNO aktuell Letzte Änderung: 17.02.2026 10:00 Uhr Lesezeit: 2 Minuten
Wearables in der Praxis4future: Wie Daten die Therapie verbessern
In der Praxis4future demonstriert die KV Nordrhein, welche Chancen die Digitalisierung für die Praxis von morgen bringt.
Neben modernen Praxisanwendungen können auch sogenannte Wearables besichtigt werden – intelligente Geräte wie Smartwatches, Armbänder und Textilien, die am Körper getragen werden und mithilfe von Sensoren oder Elektroden verschiedene Vitaldaten sammeln, speichern bzw. analysieren können.
Die Daten liefern ein detailliertes Bild des persönlichen Gesundheitszustands über einen längeren Zeitraum. Sie können Anwenderinnen und Anwender zu einem gesünderen
Lebensstil motivieren – aber auch einen direkten medizinischen Nutzen haben. Ärztinnen und Ärzten dienen sie zur Verlaufskontrolle zwischen Praxisbesuchen, die Langzeitdaten unterstützen die Diagnostik. Für ältere Menschen gibt es Geräte zur Sturzerkennung und mit Notruf-Funktionen.
Die Entwicklung bei solchen Geräten schreitet schnell voran, Künstliche Intelligenz eröffnet hier neue Möglichkeiten. In der Praxis4future stellt die KV Nordrhein stets einige Exemplare der neusten Wearables vor und erläutert ihre Funktion anhand erhobener Daten.
Wearables in der Praxis
Eine gute Nachricht für Ärzte und Patienten: Anstelle der sperrigen Armmanschette gibt es jetzt ein nur wenige Zentimeter großes Gerät, das mit einem Klebepflaster auf der Brust befestigt wird. Dieser Brustmonitor erfasst – zum Beispiel für die 24-Stunden-Messung – unter anderem Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz, Herzzeit- und Atemzugvolumen und stellt die Daten auf einer Plattform bereit. MFA freuen sich dagegen sicher über den UroPrev – ein sensorisches System zur automatisierten Urinmessung, das das manuelle Eintauchen von Messstäbchen hinfällig macht. Einfach am Toilettenrand eingehängt misst das Gerät Volumen, Frequenz und Zusammensetzung des Urins mittels integrierter Messstäbchen, die anschließend nach elektronischer Auswertung direkt in der Toilette entsorgt werden. Praktisch ist auch das mobile modulare Diagnostiksystem für die Praxis. Es ermöglicht Messungen von ABI, Lungenfunktion, Blutdruck, Temperatur und Sauerstoffsättigung und umfasst ein 12-Kanal-EKG – alles in einem Gerät: Platz sparend und auch bei Hausbesuchen einsetzbar. Die Daten werden in die Cloud geschickt und können direkt ins PVS integriert werden.
Wearables am Körper
Smartwatches eignen sich für die kontinuierliche Messung von Vitalparametern wie Herzfrequenz, Blutdruck, Temperatur und Sauerstoffsättigung. Sie können die Schlafqualität überwachen und Risiken für Schlafapnoe erkennen. KI-Algorithmen analysieren dabei Muster in den Vitaldaten und warnen bei Auffälligkeiten wie zum Beispiel Herzrhythmusstörungen. Smarte Armbänder können etwa für die Langzeit-RR-Messung eingesetzt werden – mit Übermittlung der Daten per Bluetooth an ein mobiles Endgerät. Ohrsensoren werden wie In-Ear-Kopfhörer verwendet und messen Vitalwerte zur Früherkennung von Fieber und Hypoxie. In der P4f ebenfalls zu sehen: ein Implantat zur Glukosemessung bei Diabetes mellitus. Die Messung erfolgt elektrochemisch, eine App analysiert die Glukoseverläufe und warnt bei Hypo- oder Hyperglykämie.
Wearables für zuhause
Intelligente, KI-unterstützte Assistenzsysteme im Tablet-Format eignen sich gut, um Muster in Bewegungsprofilen zu erfassen. Verbunden mit Sensoren an der Raumdecke erkennen solche Systeme, wenn eine Person gestürzt ist, und lösen dann automatisch die Alarmkette aus. Diese Geräte ermöglichen älteren Menschen, länger in den eigenen vier Wänden zu verbleiben. Sie unterstützen Trinkroutinen, managen Arzttermine und können Gespräche führen. Für die ganz Kleinen gibt es dagegen Smart Socks. Die winzigen Fußbandagen messen kontinuierlich wichtige Vitalparameter. Algorithmen erkennen kritische Werte und lösen Alarm aus. Die P4f stellt ein weiteres Gerät zur selbständigen Erfassung von biometrischen Daten vor. Es hat die Form einer TV-Fernbedienung und weist als besonderes Plus eine Stethoskop-Funktion zum Abhören von Herz und Lunge auf. Die Daten können per KI ausgewertet werden.
- Thomas Lillig
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