Abrechnung Arzneimittel Fortbildung Honorar Psychotherapie Telemedizin Verordnung MFA KVNO aktuell Letzte Änderung: 10.02.2021 02:30 Uhr Lesezeit: 3 Minuten

Sonderregelungen erleichtern Arbeit

Die Zahl der COVID-19-Fälle ist weiterhin hoch. Um Vertragsärzte und -psychotherapeuten in der Corona-Krise zu entlasten und eine zusätzliche Ausbreitung von COVID-19 über die Wartezimmer der Praxen zu verhindern, gelten weiterhin einige Sonderregelungen – die wichtigsten im Überblick.

Gilt unbefristet

Kontrolluntersuchungen und Schulungen von DMP-Patienten
Die vorgeschriebenen quartalsbezogenen Kontrolluntersuchungen in den Disease-Management-Programmen (DMP) dürfen ausfallen, wenn es die koordinieren Ärzte für medizinisch vertretbar halten. Dazu sind die DMP-Dokumentationspflicht und die Verpflichtung der Versicherten, an empfohlenen Schulungen teilzunehmen, ausgesetzt.

U-Untersuchungszeiträume ab U6 ausgesetzt
Ärzte können Kinder-Früherkennungsuntersuchungen (U6 bis U9) auch dann durchführen und abrechnen, wenn die vorgegebenen Untersuchungszeiträume und Toleranzzeiten überschritten sind. Die Sonderregelung gilt solange, wie der Deutsche Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt, sowie bis zu drei Monate darüber hinaus.

Mammografie-Screening: Sonderregeln bei Fortbildung
Beim Mammografie-Screening-Programm wurde eine Übergangsregelung für die Durchführung von Fortbildungskursen vereinbart. Die Sonderregelung gilt, solange der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt, längstens aber bis zum 30. Juni 2021.

Gilt bis 31. März 2021

Telefonische AU-Bescheinigung
Vertragsärzte können bekannte und unbekannte Patienten, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankschreiben (Muster 1). Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) kann telefonisch einmalig um sieben Kalendertage verlängert werden.

Viele Lockerungen bei veranlassten Leistungen
Bei der Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln sowie anderen Leistungen gelten viele Sonderregelungen. Unter anderem sind Folgeverordnungen von häuslicher Krankenpflege, Heilmitteln und Hilfsmitteln bei bekannten Patienten wieder nach telefonischer Anamnese möglich.

Entlassmanagement: Verordnungen für bis zu 14 Tage
Im Entlassmanagement dürfen Krankenhäuser zum Beispiel zum Übergang in die ambulante Versorgung für bis zu 14 Tage Leistungen veranlassen beziehungsweise Bescheinigungen ausstellen.

Mehr Konsultationen per Telefon
Die Möglichkeiten zur ärztlichen und psychotherapeutischen Konsultation per Telefon bei bekannten Patienten während der Corona-Pandemie wurden für alle Fachgruppen ausgeweitet. Dabei gibt es unterschiedlich hohe „Telefon-Kontingente“ für die einzelnen Fachgruppen.

Krankentransporte zur ambulanten Behandlung
Krankentransporte zur ambulanten Behandlung bedürfen keiner Genehmigung der Krankenkasse. Voraussetzungen: zwingend nötige Behandlungen von an COVID-19 Erkrankten oder von Versicherten, die aufgrund einer behördlichen Anordnung unter Quarantäne stehen.

Videosprechstunde unbegrenzt möglich
Ärzte und Psychotherapeuten können unbegrenzt Videosprechstunden anbieten, bei allen Indikationen und auch bei neuen Patienten. Fallzahl und Leistungsmenge sind nicht begrenzt.

Videosprechstunde: Sonderregelung für Psychotherapeuten
Psychotherapeuten dürfen neben Einzeltherapiesitzungen auch psychotherapeutische Sprechstunden und probatorischen Sitzungen (auch neuropsychologische Therapie) per Video durchführen.

Psychotherapie: Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapie
Genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie können übergangsweise formlos in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden.

Notfallplan sichert Dialyse-Versorgung
Einrichtungen können flexibel auf bestimmte Notsituationen reagieren und beispielsweise unkompliziert Patienten anderer Praxen übernehmen. Außerdem wurden die Zuschlagsziffern für Infektionsdialysen an die Coronavirus-Situation angepasst.

Nachweisfrist der Fortbildungsverpflichtung verlängert
Ärzte und Psychotherapeuten haben ein weiteres Quartal, also bis Ende März 2021, Zeit, die nötigen 250 CME-Punkte nachzuweisen.

Austausch bei Arzneimittelabgabe
Apotheker haben laut SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung mehr Möglichkeiten zum Austausch von Arzneimitteln.

Angehende NäPA dürfen auf Hausbesuch
Angehende nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) dürfen auch dann schon auf Haus- und Pflegeheimbesuch gehen, wenn die NäPA-Fortbildung noch läuft. Der voraussichtliche Abschluss muss bis zum
31. März 2021 erfolgen.

Mehr Zeit für Refresher-Kurse von NäPA
Nichtärztliche Praxisassistenten (NäPA) haben bis 31. März 2021 Zeit, die sogenannte Refresher-Fortbildung zu absolvieren. Die Nachweisfrist wird um sechs Monate verlängert, sofern die Drei-Jahres-Frist im Zeitraum vom 1. Juli 2020 bis zum 31. März 2021 endet. NäPA müssen diese Fortbildung alle drei Jahre nachweisen.

Gilt bis 31. Dezember 2021

Vergütung für alle COVID-19-Leistungen
Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des begründeten klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden in voller Höhe bezahlt.

Ausführliche Informationen und alle Sonderregelungen im Überblick bei der KBV

 

  •  Jana Meyer

 

KVNO aktuell 01+02 2021

KVNO aktuell 01+02 | 2021 (PDF, 9,5 MB)

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