Letzte Änderung: 20.04.2020 00:00 Uhr

"Schlag ins Gesicht der Niedergelassenen"

Ein Statement von Dr. med. Frank Bergmann zur G-BA-Entscheidung, die Sonderregelung zur telefonischen AU auszusetzen.

Die am 17. April gegen die Ärzteseite getroffenen Entscheidung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), die Sonderregelung für die telefonische Ausstellung der AU nicht zu verlängern, kritisiert Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein:

„Welches Motiv auch immer den Ausschlag für die Entscheidung gegeben hat, die Sonderregelung für die telefonische AU nicht zu verlängern: In dieser Phase einer nach wie vor schwer einzuschätzenden Pandemie und angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus kann ich diese Entscheidung des G-BA nicht akzeptieren.

Sie ist ein Schlag ins Gesicht aller niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in unserem Land, die mit großem Aufwand und großer Konsequenz seit Monaten daran arbeiten, die Patientinnen und Patienten sowie sich und ihre Mitarbeiter selber bestmöglich zu schützen – vor allem indem sie persönlichen Kontakt wo immer möglich und natürlich zuvorderst in der Praxis vermeiden. Sonderregelungen wie die telefonische Ausstellung der AU helfen dabei – das Rad an dieser Stelle zum jetzigen Zeitpunkt vorschnell zurückzudrehen, spottet all den offensichtlich erfolgreichen Bemühungen der Akteure im Gesundheitswesen, die Situation beherrschbar zu machen.

Ich fordere die für diese Entscheidung verantwortlichen Mitglieder des GB-A auf, diesen Beschluss zu revidieren und die Regelung wie von der Ärzteseite gefordert zumindest bis zum 3. Mai zu verlängern – so lange gelten schließlich auch die von der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten beschlossenen Kontaktbeschränkungen.“ 

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