Impfung KVNO aktuell Letzte Änderung: 20.10.2021 00:00 Uhr

Schließung der Impfzentren: Vertragsärzte können weiteres Impfgeschehen gut bedienen

Nach acht Monaten war Schluss: Am 30. September konnten sich Impfwillige zum letzten Mal die COVID-19-Impfung in einem Impfzentrum abholen.

Im Interview mit KVNO aktuell zieht der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann, Bilanz und betont erneut die starke Rolle der
Niedergelassenen im Kampf gegen COVID 19.

Wenn Sie auf die Arbeit in den Impfzentren zurückblicken: Wie fällt Ihr Fazit aus?

Bei kritischer Betrachtung fällt die Bilanz positiv aus. Natürlich war es ein Kraftakt im Hinblick auf die finanziellen und personellen Ressourcen – aber mit über sechs Millionen Impfungen in den Impfzentren und zusätzlich mehreren Hunderttausend Impfungen über die mobilen Teams können wir auf stolze Zahlen im Rheinland zurückblicken. Es hat sich gezeigt, dass die Impfzentren durchaus ihre Berechtigung hatten, um möglichst schnell große Teile der Bevölkerung zu impfen. Sie können aber nicht isoliert betrachtet werden, denn der massive Anstieg der Impfquote geht auf das Konto der nordrheinischen Vertragsärzteschaft, die zu Ostern in das Impfgeschehen eingestiegen ist. Die Niedergelassenen haben durch ihr herausragendes Engagement erneut einen immensen Beitrag im Kampf
gegen die Pandemie geleistet.

Halten Sie die Schließung der Impfzentren für sinnvoll oder kam der Entschluss zu früh?

Die Praxen in Nordrhein haben bislang rund 2,9 Millionen Bürger durchgeimpft. Wir sind zuversichtlich, dass die Haus- und Fachärzte auch das weitere Impfgeschehen entsprechend bedienen können. Aber die Pandemie ist noch nicht beendet. Deshalb hätten wir uns grundsätzlich auch den Weiterbetrieb sogenannter Kern-Impfzentren vorstellen können – also einige große, aber nicht mehr jeweils ein Zentrum pro Kreis/Stadt. Wir wissen jedoch, dass einige Kommunen in Nordrhein auch über den Oktober hinaus ihren Bürgern vor Ort ein lokales Impfangebot machen möchten und etwa an bestimmten Wochentagen entsprechende Standorte betreiben wollen. Diese können die Impfungen in den Praxen und die der Betriebsärzte weiter unterstützen. Umgekehrt stehen aber auch wir bereit, falls die Kommunen bei lokalen Aktionen Hilfe brauchen – damit wir im Impfgeschehen keine Zeit verlieren.

Bei der Organisation der Impfzentren hat die KV Nordrhein eng mit den Kommunen kooperiert. Ergeben sich hieraus neue Anknüpfpunkte für die künftige Zusammenarbeit?

Ja, denn hinter den hervorragenden Impfquoten der Impfzentren versteckt sich auch ein großer Zugewinn an Erfahrungen und – das ist besonders hervorzuheben - der Vernetzung. Der Öffentliche Gesundheitsdienst und die KV Nordrhein mit ihrer Vertragsärzteschaft haben selten so intensiv kooperiert. Wir haben gelernt, wo die Grenzen des einen und des anderen Systems liegen. Daran wollen wir künftig anknüpfen und in der Patientenversorgung konstruktiv zusammenarbeiten, um Optimierungsprozesse weiterhin kontinuierlich voranzutreiben.

  • Das Interview führte Jana Meyer