IT Telemedizin KVNO aktuell Letzte Änderung: 01.09.2021 00:00 Uhr

Aktuelle Fragen und Antworten an die Serviceteams: Rund um die eAU

Zum 1. Oktober 2021 startet die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Für Vertragsärzte bringt die Umstellung umfassende Neuerungen mit sich. Die Antworten auf häufige Fragen haben wir für Sie zusammengefasst.

Gibt es eine Übergangslösung für Praxen, die bis dahin noch nicht über die nötigen technischen Voraussetzungen verfügen?

Ja, diese sieht vor, dass Ärzte übergangsweise das alte Verfahren anwenden können, solange die zur Übermittlung von eAUs notwendigen technischen Voraussetzungen in der Praxis nicht zur Verfügung stehen. Die Regelung gilt bis 31. Dezember 2021. Bis dahin ist auch die Nutzung des „gelben Scheins“ (Muster 1) noch möglich.

Was ist, wenn die digitale Übermittlung vorübergehend nicht möglich ist?

Sollte die digitale Datenübermittlung an die Krankenkasse zwischenzeitlich nicht möglich sein, werden die Daten durch das PVS gespeichert. Der Versand erfolgt, sobald die Verbindung wiederhergestellt ist. Sofern sich der Patient noch in der Praxis aufhält, drucken Sie den Ausdruck für die Krankenkasse aus. Der Versand an die Krankenkasse erfolgt dann über die Versicherten. Für den Fall, dass der Patient die Praxis bereits verlassen hat und der digitale Versand auch bis zum Ende des nachfolgenden Werktages nicht möglich ist, muss die Praxis die Papierbescheinigung an die Krankenkasse versenden. Um dieses für die Praxen aufwändigere Ersatzverfahren zu vermeiden, empfehlen wir die Nutzung der Komfortsignatur, die Probleme beim digitalen Versand in der Regel sofort erkennen lässt.

Was ist mit Patienten, die nicht bei einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert sind?

Bei Nicht-GKV-Versicherten – zum Beispiel Versicherte der sogenannten sonstigen Kostenträger – warnt Sie Ihr PVS, dass die digitale Übermittlung der AU-Daten an die Krankenkasse nicht möglich ist. Für diese Patienten kommt bis auf Weiteres das Ersatzverfahren zum Einsatz. Dabei drucken Sie die Ausdrucke für Krankenkasse, Arbeitgeber und Versicherte aus und geben diese den Patienten mit.

Wie kann die eAU bei Hausbesuchen oder Notdiensten ausgestellt werden?

Es bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Sie können vorab in der Praxis Blanko-Ausdrucke aus Ihrem PVS erstellen und diese später händisch befüllen. Die Daten übertragen Sie in der Praxis anschließend in das PVS und schicken diese digital an die Krankenkasse. Alternativ können Sie erst nach dem Hausbesuch die AU in der Praxis erstellen und die beiden Ausdrucke per Post an den Patienten versenden. Bitte beachten Sie, dass die Daten bis zum Ende des jeweils folgenden Werktages übermittelt werden müssen. Wird eine AU an einem Freitagabend ausgestellt, müssen die Daten bis spätestens Montagabend an die Krankenkasse übermittelt sein.

Was passiert, wenn für die Signatur der eAU der elektronische Heilberufsausweis defekt ist oder nicht vorliegt?

In Ausnahmefällen kann die eAU auch mit dem elektronischen Praxisausweis (SMC-B-Karte) signiert werden.

Weitere Informationen zur eAU unter onlinerollout.de