KVNO aktuell Letzte Änderung: 20.10.2021 00:00 Uhr

PSY-KOMO-Projekt hilft schwer psychisch Kranken: Den ganzen Patienten im Blick

Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen (Severe Mental Illness, SMI) haben ein besonders hohes Risiko für komorbide somatische Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus. Häufig kommt es jedoch vor, dass der Fokus der Behandlung ausschließlich auf der psychischen Erkrankung liegt, während körperliche Erkrankungen unterversorgt bleiben. Genau an dieser Stelle will das Projekt „PSY-KOMO – Verbesserung der Behandlungsqualität bei schwer psychisch kranken Menschen zur Reduktion somatischer Komorbidität und Verhinderung erhöhter Mortalität“ Abhilfe schaffen.

Der Ansatz von PSY-KOMO liegt auf der Versorgerseite und soll Patienten ermöglichen, die Regelversorgung optimal in Anspruch zu nehmen. Ziel des Projektes ist es, die Behandlungsqualität für Menschen mit SMI durch eine neue Versorgungsform zu verbessern, indem der Zugang zur ärztlichen Regelversorgung erleichtert wird. Dies soll über ein strukturiertes Vorgehen erreicht werden. Mögliche weitere Erkrankungen sollen somit früher entdeckt und besser versorgt werden.

PSY-KOMO schafft interdisziplinäre, multiprofessionelle Netzwerke bestehend unter anderem aus Gesundheitsbegleitenden, Psychiatern und Psychologen, Hausärzten sowie Medizinischen Fachangestellten und deckt somit wichtige Disziplinen im Versorgungssystem ab. Das Netzwerk und die Patienten werden von Gesundheitsbegleitenden unterstützt, die als Knotenpunkte und niedrigschwellige Kontaktpersonen zur Verfügung stehen. Das Projekt wird von einem Team von Versorgungsforschenden aus unterschiedlichen Professionen wissenschaftlich begleitet.

Was ist neu an PSY-KOMO?

Gesundheitsbegleitende unterstützen die Patienten und vernetzen die Versorgenden in ihrer Region für einen gemeinsamen Austausch. Informationen über regionale und Online-Präventionsangebote stehen Betroffenen und Versorgenden auf einem Internet-Portal zur Verfügung. Ärzte können in einem Telefonkonsil über eine Experten-Hotline eine schnelle Einschätzung zu Arzneimittel-Interaktionen und -Nebenwirkungen erhalten.

Wer ist an dem Projekt beteiligt?

An PSY-KOMO beteiligen sich Städte und Regionen (Neuss, Frankfurt am Main, Greifswald, Göppingen), die aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften als repräsentativ für die verschiedenen Kreistypen in Deutschland gelten. Dadurch sollen Erkenntnisse für die Regelversorgung gewonnen werden, die auf das gesamte Bundesgebiet übertragen werden können. Das Projekt wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss über drei Jahre mit insgesamt 8,8 Millionen Euro gefördert.
Unter Führung der Heinrich–Heine-Universität Düsseldorf wirken neben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein 13 weitere Konsortialpartner an PSY-KOMO mit. Als Kooperationspartner sind zudem die AOK Rheinland/Hamburg – Die Gesundheitskasse und das IGES Institut Berlin Teil des Projekts.

 

So können Sie Teil des Projekts werden

Sie sind Psychiater im Rhein-Kreis Neuss und möchten Menschen mit SMI in PSY-KOMO versorgen? Bei Interesse am Projekt und für weitere Informationen wenden Sie sich gern an:
Dr. Corinna Lottmann
E-Mail: c.lottmann@ak-neuss.de
Telefon: +49 2133 2629 741
Mobil: +49 173 584 68 96
Institutsambulanz Dormagen des Alexius/Josef Krankenhaus Neuss
Krefelder Straße 82a
41539 Dormagen