Impfung Letzte Änderung: 19.08.2021 16:42 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Einzeldosis statt Sixpack - manchmal ist weniger mehr

Statement von Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, zu einem effizienteren Impfstoffeinsatz in den nordrheinischen Praxen.

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„Mitunter genügen auch ein oder zwei Dosen, es muss nicht immer ein Impf-Sechserpack sein - da im Herbst und Winter die ersten Auffrischungsimpfungen in Nordrhein anstehen und die Corona-Schutzimpfungen weiterhin maßgeblich durch die Niedergelassenen durchgeführt werden, sollten die Praxen künftig unbedingt die Freiheit bekommen, zielgenauer planen zu können. Es muss daher möglich sein, dass jede niedergelassene Ärztin und jeder niedergelassene Arzt bald schon einzelne Impfdosen statt nur Vials für gleich sechs Impfungen bestellen kann - auch um unnötigen Verwurf von Impfstoffdosen zu verhindern. Hersteller wie Biontech und Moderna haben angekündigt, dass es mindestens noch mehrere Monate dauern wird, bis Einzelampullen hergestellt werden. Das ist unserer Ansicht nach zu lang. Hier sehen wir Politik und die Hersteller selbst in der Pflicht, zu schnelleren Ergebnissen zu kommen. Wir benötigen die Einzeldosen bereits zu einem deutlich früheren Zeitpunkt.      

Uns erreichen täglich viele Rückmeldungen aus den nordrheinischen Praxen mit dem klaren Tenor: Wir möchten unbedingt verantwortungsvoll mit Impfstoffen umgehen – das sind wir so gewohnt und da möchten wir auch wieder hin. Dies können wir als KV nur unterstützen und auch absolut nachvollziehen, da die reihenweise und durchkalkulierte Planung von Corona-Schutzimpfungen kein Dauerzustand mehr sein kann und darf. Dies belastet die Praxen weit über Gebühr. Hier muss weitgehend nun der normale und nicht minder relevante Praxisalltag wieder in den Fokus rücken.       

Nach einer aktuellen Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung unter niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten können fast fünf Prozent aller gelieferten Impf-Vials bis Ende August nicht mehr verbraucht werden. D.h. sie werden verfallen und müssen entsorgt werden. Das kann nicht im Sinne aller Beteiligten sein. Diese Zahlen belegen zusätzlich noch einmal, wie wichtig es sein wird, dass Praxen so zeitnah wie möglich die Freiheit bekommen, mit kleineren Impfmengen bzw. Einzeldosen zu planen zu können.“

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