KVNO aktuell Letzte Änderung: 28.11.2025 00:00 Uhr

Modellprojekt gestartet: Physician Assistants in Nordrhein

In einem Modellprojekt untersucht die KV Nordrhein, wie die Zusammenarbeit mit Physician Assistants in Praxisteams funktioniert und was das für die Versorgung von Patientinnen und Patienten bedeutet.

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© Maskot | gettyimages

Noch gehören Physician Assistants (PAs) nicht überall zum Alltag in nordrheinischen Praxen. Die KV Nordrhein evaluiert jetzt den Einsatz von PAs qualitativ und wissenschaftlich. Durch regelmäßige Befragungen haus- und fachärztlicher Praxen möchte das Projektteam erfahren, wie Niedergelassene mit PAs zusammenarbeiten können und welche Herausforderungen sich dadurch ergeben. Im Vordergrund stehen Themen wie Behandlungszeit, Abrechnung und Delegation. Patientenbefragungen sind auch vorgesehen. Aktuell beteiligen sich 15 Praxen mit ihren PAs an dem Projekt. 

Das Projektteam begleitet die teilnehmenden Praxen eng, bietet Beratung und unterstützt bei der Integration der neuen Berufsgruppe. „Ziel ist es, die Rolle des PA als festen Bestandteil in der ambulanten Versorgung zu etablieren und damit die Praxen zukunftssicher aufzustellen“, sagt Melina Haack, Projektleiterin und Referentin im Bereich Gesundheitspolitik und Strategische Sicherstellung. 

PAs vielfältig einsetzbar

Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts berichteten einige Praxen bereits von ihren Erfahrungen mit PAs. Bastian Kreilmann ist Orthopäde aus Düsseldorf und beschäftigt einen PA. „Wir haben uns für einen PA entschieden, um Personalengpässe aufzufangen. Der Einsatz funktioniert gut, unser PA ist durch die akademische Ausbildung extrem vielfältig einsetzbar, etwa als Assistenz bei operativen Eingriffen, Kontrolluntersuchungen, aber auch beim Schreiben von Arztbriefen“, erklärt Kreilmann. 

Andere Praxen, die an dem Modellprojekt teilnehmen, berichteten Ähnliches, das Feedback der Patientinnen und Patienten sei positiv, der Wissensstand von Physician Assistants mit dem von Medizinstudierenden vergleichbar. Unsicherheiten bestanden oft bei der Frage, welche Tätigkeiten an PAs delegiert werden dürfen, und in puncto Abrechnung der PA-Leistungen.

Forderungen der KV Nordrhein 

„Wir fordern deshalb, bessere Rahmenbedingungen für einen rechtssicheren Einsatz von PAs in der ambulanten Versorgung zu schaffen“, betont Melina Haack. Wichtig sei ein klares Verständnis über delegierbare Leistungen. Unsicherheiten bezüglich der Delegation von Aufgaben und Haftungsfragen sollen vermindert werden. Darüber hinaus gilt es, Fragen zur Vergütung zu klären und ein Konzept zur Refinanzierung für Teampraxen zu entwickeln, damit der Einsatz von PAs für Praxen attraktiver wird. 

Dazu könnte gehören, dass der aktuelle Arzt-Patienten-Kontakt durch einen Praxis-Patienten-Kontakt abgelöst wird. Wichtig ist auch die Vereinheitlichung der Studieninhalte. „Wo PA draufsteht, muss auch PA drin sein“, fügt Haack hinzu. 

Das Projekt ist insgesamt bis Ende 2027 angelegt. Der regelmäßige Austausch zwischen KV und Praxen spielt dabei eine wichtige Rolle.            

  • Simone Heimann