KVNO aktuell Letzte Änderung: 27.04.2026 00:00 Uhr

Neues Konzept stärkt Weiterbildung

Ein neues Pilotprojekt soll nachhaltige Strukturen und neue Standards in der ambulanten Facharztweiterbildung schaffen. Damit stellt die KV Nordrhein auch Weichen für die Zukunft.

data-gallery-buttons="["zoom","fullScreen","download","close"]"
© KV Nordrhein (mit KI)

Klinik- und Praxisalltag unterscheiden sich wesentlich: Der ambulante Bereich ist geprägt durch engere Patientenbeziehungen, längere Behandlungszyklen und geringere Arbeitsteilung. Die Facharztausbildung muss diesen speziellen Anforderungen gerecht werden. Mit der Gründung des Kompetenzzentrums für die ambulante gebietsfachärztliche Weiterbildung setzt die KV Nordrhein genau dort an.

Im Rahmen des wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekts sucht sie nach Lösungen, die Weiterbildende sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung (ÄiW) im Praxisalltag unterstützen. Welche strukturierten Instrumente brauchen die Beteiligten, um Facharztweiterbildung effizient und praktikabel umsetzen zu können? Eine gute Vernetzung mit der Ärztekammer Nordrhein sowie den Berufsverbänden schafft eine nachhaltige Arbeitsgrundlage.

Im Bereich Allgemeinmedizin und Pädiatrie ist die KV Nordrhein bereits an einem bewährten Modell beteiligt: dem Kompetenzzentrum Weiterbildung Nordrhein (KWNo). Für die Entwicklung des fachärztlichen Pendants können die Projektbeteiligten damit auf Erkenntnisse und Erfahrungen des KWNo zurückgreifen. Mit der Umsetzung des Projekts hat die KV Nordrhein Prof. Dr. med. Marcus Sie-bolds betraut. Er forscht und lehrt seit mehr als 30 Jahren auf dem Gebiet der Weiterbildung und ist niedergelassener Psychotherapeut. Siebolds vereint damit Know-how aus Lehre und Praxis. 
 

Eigenes Profil für ambulante Weiterbildung

Zentrales Element bei der Umsetzung des Pilotprojekts: die Beteiligung der Weiterbildenden, der ÄiW sowie der Berufsverbände. Welche Bedarfe und Bedürfnisse gibt es? Die Antworten auf diese Frage liefern die Grundlage für die Entwicklung passender Formate. Das Konzept gliedert sich in vier Bereiche:

  • Tutorenausbildung: Expertinnen und Experten aus den Berufsverbänden können sich zu Tutorinnen und Tutoren ausbilden lassen. 
  • Ausbildung von Weiterbildenden: Die Weiterbildungsermächtigten (oder künftig Ermächtigten) werden durch Tutorinnen und Tutoren für ihren Lehrauftrag in der Praxis qualifiziert. 
  • Seminare für ÄiW: Für ÄiW bietet das Kompetenzzentrum Fortbildungs- und Beratungsangebote an – unter Einbindung bereits bestehender Serviceangebote der KVNO.
  • Interessenvertretung des Bereichs gebietsfachärztliche Weiterbildung in der KV Nordrhein.  
  •  Jana Meyer

„Wenn wir ambulante Versorgung zukunftsfähig machen wollen, muss die Facharztweiterbildung noch stärker auf die Praxis ausgerichtet werden. Das gehen wir mit unserem Pilotprojekt als erste KV strategisch an. Wir schaffen Strukturen, die gebietsfachärztliche Weiterbildung effizient und qualitätsgesichert ins Vertragsarztsystem integriert. 

Damit das nachhaltig gelingt, bedarf es ebenso einer Weiterentwicklung der Finanzierung, die auch die Versorgungsleistungen der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung mitdenkt. Dafür werden wir uns im politischen Diskurs starkmachen.“
 

Dr. med. Frank Bergmann Dr. med. Frank Bergmann Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein