KVNO aktuell Letzte Änderung: 01.09.2021 00:00 Uhr

KVNO aktuell 09 | 2021 - Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass für uns statt der Corona-Pandemie ein völlig anderes Thema im Mittelpunkt steht: Wenn man vor einigen Monaten noch gedacht hätte, dass es nicht mehr schlimmer kommen kann, wurde man im Juli leider eines Besseren belehrt.

© Malinka|KVNO

Am 14. Juli kam der Regen in unglaublichen Massen vom Himmel und hat in manchen Regionen Nordrheins Schäden angerichtet, die man sich schlimmer nicht hätte vorstellen können - einmal ganz abgesehen von den vielen Menschenleben, die das Unwetter gefordert hat.
Schnell wurde uns bewusst, wie viele Praxen vor allem im Bereich Aachen, Kreis Euskirchen, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis sowie im Rheinisch-Bergischen Kreis massiv betroffen waren - genauso schnell wurde uns bewusst, dass wir umgehend helfen müssen. Nachdem wir innerhalb der KV Nordrhein kurzfristig einen Krisenstab einberufen hatten, ging es im ersten Schritt um sehr rasche unbürokratische Hilfe, sprich: unter anderem unkomplizierte Praxisverlegungen sowie Absprachen mit den Krankenkassen zu Ausnahmeregelungen. Ein weiteres Thema war der richtige Umgang mit durch Wasser und Schlamm unbrauchbar gewordenen Formularen und Akten. Uns wurde außerdem rapide klar, dass einige Praxen durch die Wassermassen so stark beschädigt wurden, dass diese vollkommen neu aufgebaut werden müssen. Dazu kommt, dass an vielen Stellen keine Versicherung die Kosten übernimmt. Daher haben wir ebenfalls unmittelbar nach dem Unwetter ein Spendenkonto eingerichtet. Durch Ihrer aller Unterstützung ist hier mittlerweile so viel Geld zusammengekommen, dass damit hoffentlich die gravierendsten Folgen der Flutschäden etwas abgefedert werden können. Dafür sind wir Ihnen außerordentlich dankbar. Ebenso dankbar sind wir den Kolleginnen und Kollegen, die schleunig und ohne lange zu überlegen die Versorgung von Patientinnen und Patienten betroffener Praxen übernommen oder dafür eigene Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Diese furchtbare Katastrophe hat uns tief getroffen und schockiert. Wir hoffen inständig, dass die betroffenen Praxisteams sich so schnell wie möglich erholen und im Laufe der kommenden Wochen und Monate wieder ganz auf die Beine kommen. Wir werden sie dabei weiterhin begleiten und unterstützen, wo immer es uns möglich ist.


Werfen wir noch einen kurzen politischen Blick in die unmittelbare Zukunft: Am 26. September wird der 20. Deutsche Bundestag gewählt und dessen Zusammensetzung wird auch maßgeblichen Einfluss auf die künftige Gesundheitspolitik in unserem Land haben. Wir haben für Sie in dieser Ausgabe kurz und kompakt zusammengefasst, wie an dieser Stelle die entsprechenden Pläne der Parteien aussehen. Möglicherweise können wir Ihnen dadurch noch etwas Greifbares an die Hand geben, dass Ihnen die Stimmabgabe erleichtert bzw. diese bestätigt. Wir werden für Sie auch nach der Bundestagswahl genau im Blick behalten, wie sich die Regierungsbildung ganz konkret auf die gesundheitspolitischen Themen auswirkt.


Ähnliche Schlussworte haben wir kürzlich schon einmal gewählt, aber sie sprechen uns gerade jetzt umso mehr aus der Seele: Lassen Sie uns positiv nach vorn schauen – gemeinsam werden wir auch mögliche weitere Hürden zu nehmen wissen!