Letzte Änderung: 03.12.2020 15:26 Uhr

KV Nordrhein: „Schnelltests taugen nicht zum pauschalen ‚Freitesten‘ zu Weihnachten“

Statement des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein zum Einsatz von Antigen-Schnelltests auf das Corona-Virus mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage:

© Marek | Adobe Stock
Das Bild zeigt eine Box mit Corona-Antigenschnelltests.

„Corona-Schnelltests sind seit Mitte Oktober wichtiger Teil der (neuen) nationalen Teststrategie geworden – insbesondere zur präventiven Testung asymptomatischer Personen. Aufgrund ihrer deutlich geringeren Spezifität und Sensitivität stellen sie allerdings grundsätzlich keinen vollwertigen Ersatz zu den üblichen PCR-Tests dar und können Getestete trotz negativem Ergebnis in Scheinsicherheit wiegen – sie taugen nicht zum pauschalen ‚Freitesten‘ für Weihnachten. Neben dem Aspekt der Sicherheit muss klar betont werden, dass die Schnelltest wissenschaftlich betrachtet eine Momentaufnahme darstellen und daher auch bei negativem Ergebnis niemanden vollkommen in Sicherheit wiegen sollten.

Nach unseren Informationen sind Antigen-Schnelltests momentan ohnehin nicht in ausreichender Anzahl flächendeckend vorhanden, um mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage jeden asymptomatischen Patienten zu testen.

Daher sollten die Schnelltests, solange die Kits knapp sind, nicht unter Convenience-Gesichtspunkten, sondern vorrangig unter medizinischen Gesichtspunkten zum gezielten Schutz von Praxispersonal und  vulnerabler Gruppen – etwa als Indikator in Alten- und Pflegeheimen – eingesetzt werden.

Sofern sich in den kommenden Wochen und Monaten die Liefersituation der Schnelltests nachhaltig verbessert, wäre aus unserer Sicht eine breitere Verwendung – etwa für regelmäßige Testungen von Lehrern und Kita-Personal – grundsätzlich sinnvoll. Weiterhin natürlich auch bei den Probanden, bei denen bisher schon Schnelltests kostenfrei präventiv durchgeführt werden können, etwa bei medizinischem Personal sowie Mitarbeitern, Besuchern und Betreuten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.“

 

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