Impfung Letzte Änderung: 26.11.2020 15:50 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Impforganisation: KV Nordrhein und Niedergelassene nehmen Herausforderung an

Große Bereitschaft zur Beteiligung an Corona-Impfungen

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Der Impfstoff gegen COVID-19 soll zunächst in Impfzentren verabreicht werden.

Sechs von sieben mit COVID-19 infizierte Patienten werden ambulant versorgt, die Niedergelassenen sind maßgeblich an der Corona-Teststrategie des Bundes beteiligt. Jetzt werden die KV und die rheinischen Vertragsärztinnen und -ärzte auch bei den bevorstehenden Impfungen gegen das Coronavirus eine zentrale Rolle spielen.

„Die Vorbereitungen zum Aufbau der voraussichtlich 28 zentralen Impfstandorte im Rheinland laufen auf Hochtouren“, sagt Dr. med. Frank Bergmann. „Wir bereiten uns intensiv auf die Aufgaben vor, die das Land NRW bei der Organisation der Impfungen für uns vorgesehen hat. Die Beteiligung ist zusätzlich zu Regelversorgung und dem weiterlaufenden Testbetrieb eine große Herausforderung, die wir gern annehmen. Wir werden unseren Beitrag leisten – sowohl beim Aufbau der Impfzentren vor Ort als auch bei den Impfungen, das heißt beim entscheidenden medizinischen Teil der Aufgabe. Dieses beispiellose Vorhaben kann nur mit vereinten Kräften und in enger Abstimmung aller Beteiligten gelingen“, sagt Bergmann.

Hoffen auf Impfstoffe auch für die Praxis 

Das Ziel sei, möglichst viele Menschen in einem möglichst überschaubaren Zeitraum impfen zu können – zunächst vulnerable Bevölkerungsgruppen, medizinisches bzw. Pflegepersonal und Angehörige systemrelevanter Berufe. „Wir gehen davon aus, dass schon sehr bald weitere Impfstoffe zur Verfügung stehen, die logistisch geringere Anforderungen stellen und auch in den Praxen verimpft werden können. Damit könnten unsere Mitglieder Impfungen gegen COVID-19 in ihre tägliche Arbeit integrieren“, betont Bergmann.

Schon jetzt ist die Bereitschaft der Vertragsärztinnen und -ärzte zur Beteiligung an den Impfungen groß, auch in den geplanten Impfzentren und mobilen Impfteams – das zeigen Ergebnisse einer großen Umfrage unter den KVNO-Mitgliedern, die am 18. November startete. Schon mehr als 3300 Praxen (Stand heute) haben Angaben übermittelt, viele sind bereit und in der Lage, sich ärztlich und mit Fachpersonal zu beteiligen. „Wir loten die Kapazitäten der Niedergelassenen aus und sehen großes Engagement, am Impfen mitzuwirken. Das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die erforderlichen personellen Ressourcen in den Impfzentren bereitstellen zu können“, sagt Dr. med. Carsten König, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Auf Niedergelassene ist Verlass

Bereits 1888 Praxen (Stand heute) haben in Aussicht gestellt, ärztliches Personal für Impfzentren oder mobile Impfteams bereitzustellen – das sind fast 80 Prozent der Praxen. 1095 Praxen haben ihre Bereitschaft erklärt, medizinisches Fachpersonal für die geplanten Impfzentren zur Verfügung zu stellen. „Das zeigt eindrucksvoll, in welchem Ausmaß unsere Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein Verantwortung übernehmen und Flagge zeigen angesichts der anstehenden großen Herausforderung.“

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Christopher Schneider