EBM Honorar Telemedizin KVNO aktuell Letzte Änderung: 08.02.2022 10:52 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Herzinsuffizienz: Telemonitoring für Patienten neu im EBM

Das telemedizinische Angebot soll die Versorgung von Patienten mit einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz verbessern.

Dabei arbeiten ein primär behandelnder Arzt und ein telemedizinisches Zentrum (TMZ) eng zusammen. Die neuen Leistungen wurden zum 1. Januar 2022 in den EBM aufgenommen und werden extrabudgetär vergütet.

Durch eine kontinuierliche Erfassung der Vitalparameter erfolgt beim Telemonitoring eine lückenlose Betreuung der Patienten. Dazu werden implantierte kardiale Aggregate, zum Beispiel Defibrillatoren, zur Erhebung medizinischer Daten eingesetzt. Mittels externer Geräte wie Waage, EKG- und Blutdruckmessgerät werden Gewicht, Blutdruck, elektrische Herzaktion sowie Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand erfasst.

Leistungen für primär behandelnde Ärzte

Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Kardiologen, Internisten ohne Schwerpunkt, Nephrologen und Pneumologen können für die Indikationsstellung und Aufklärung die neuen GOP 03325, 04325 beziehungsweise 13578 (65 Punkte/7,32 Euro) abrechnen (je vollendete fünf Minuten, dreimal im Krankheitsfall).

Für die weitere Betreuung im Rahmen des Telemonitorings erhalten sie einmal im Quartal eine Zusatzpauschale (GOP 03326, 04326 bzw. 13579), die mit 128 Punkten (14,42 Euro) bewertet ist. Hierunter fallen auch der Austausch mit dem TMZ und dem Patienten, die Indikationsprüfung sowie gegebenenfalls die Therapieanpassung.

Leistungen für telemedizinische Zentren

Kardiologen, die die Voraussetzungen eines TMZ erfüllen, können für die Anleitung und Aufklärung der Patienten zum Telemonitoring, zum Gebrauch der dabei eingesetzten Geräte und zu relevanten Aspekten des Selbstmanagements die neue GOP 13583 abrechnen (95 Punkte/10,70 Euro, einmal im Krankheitsfall).

Das kontinuierliche Telemonitoring von Patienten mit kardialen Aggregaten wird mit 123,93 Euro vergütet (GOP 13584/1100 Punkte). Für das Telemonitoring mit externen Messgeräten erhalten Ärzte 236,59 Euro (GOP 13586/2100 Punkte). Beide Leistungen sind einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Sie beinhalten die Erfassung, Analyse und Sichtung der Daten, die Dokumentation sowie die Benachrichtigung und Abstimmung mit dem primär behandelnden Arzt.

Erfolgt das Monitoring auch an Wochenenden und/oder Feiertagen, können die beteiligten Ärzte einen Zuschlag in Höhe von 26,48 Euro abrechnen (GOP 13585 oder 13587, jeweils 235 Punkte). Dieses intensivierte Monitoring erfordert eine individuelle Vereinbarung zwischen primär behandelndem Arzt und TMZ zur Zusammenarbeit.

Zur Erstattung der Kosten für externe Messgeräte gibt es die neue Kostenpauschale 40910. Sie wird mit 68 Euro vergütet und ist einmal im Behandlungsfall berechnungsfähig. Damit sind alle Kosten im Zusammenhang mit der Geräteversorgung der Patientin oder des Patienten durch das TMZ abgegolten.

QS-Vereinbarung TMZ steht noch aus

Kardiologen, die die neuen TMZ-Leistungen abrechnen möchten, benötigen neben einer Genehmigung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle auch eine Genehmigung gemäß der Qualitätssicherungsvereinbarung Telemonitoring bei Herzinsuffizienz. Die Verhandlungen hierzu laufen jedoch noch. Deshalb können Ärzte, die bereits über die Genehmigung zur Rhythmusimplantat-Kontrolle verfügen, die TMZ-Leistungen übergangsweise auch ohne weitere Genehmigung abrechnen. Für die primär behandelnden Ärzte gelten keine besonderen Qualitätssicherungsanforderungen.

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