IT Niederlassung Service KVNO aktuell Letzte Änderung: 17.07.2025 00:00 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Die Praxis4future als Impulsgeber: Digitalisierung hautnah erleben

In der Praxis4future zeigt die Digitalisierungsexpertin Julia Langenstein in multimedialen Räumen an den Standorten Köln und Düsseldorf die Zukunft moderner Praxen und macht Lust auf Innovationen. 

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© Anne Orten

Drei Stunden lang können Praxisteams in den multimedialen Räumen in Köln und Düsseldorf erleben, wo der ganz konkrete persönliche Nutzen einer Digitalisierung in der Arztpraxis liegt. Für die Digitalisierungsexpertin Julia Langenstein von der KV Nordrhein ist das der Vorteil in der Praxis4future: „Man kann hier eben Sachen ausprobieren. Wir haben eine Mischung aus Theorie und Praxis und wollen damit die Mitglieder für Digitalisierung begeistern“, sagt sie. Sie schaut, welche Lösungen für Praxen in Frage kommen können. Es gibt dazu eine persönliche Führung, die auf die Bedürfnisse der Teams eingeht. „Wir beleuchten wirklich Prozesse in den Praxen, um dann möglichst individuell auf die einzelnen Probleme einzugehen.“ Auf dem Programm steht beispielsweise ein digitales Formularmanagement. „Wir zeigen die Online-Terminvereinbarung, wir haben eine Online-Rezeption, Wartezimmer-TV und das Self-Check-in-Terminal“, erklärt die Digitalisierungsexpertin. In der Praxis4future geht es dann sehr schnell praktisch zu. „Da geht es uns auch um das Ausprobieren“, sagt sie.

Zukunftsperspektiven für die ambulante Versorgung

Das Beratungsangebot der Praxis4future ist bewusst herstellerunabhängig angelegt. So lassen sich unterschiedliche Technologien miteinander vergleichen und je nach Bedarf alternative Systeme vorstellen. Der Fokus liegt dabei auf einer objektiven Einschätzung hinsichtlich Funktionalität, Datenschutz und Integration in bestehende Praxisabläufe. Ziel ist es, Lösungen aufzuzeigen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern im Alltag tatsächlich Entlastung bringen. 

„Der Digitalisierung wird ja oft vorgeworfen, dass sie nicht immer funktioniert und dass es datenschutzrechtlich schwierig ist“, sagt Julia Langenstein. Diese Vorurteile möchte das Beratungsteam aus dem Weg räumen und zeigen, was Digitalisierung kann, wenn sie richtig eingesetzt wird. „Beispielsweise zeigen wir hier ein Praxisverwaltungssystem mit einem integrierten KI-Sprechstundenassistenten. Ein normales Behandlungsgespräch wird von einer KI mitgehört, verarbeitet und direkt in die Behandlungsdokumentation des PVS geschrieben“, so Langenstein weiter. „Natürlich bedarf es da der Einwilligung durch die Patienten.“ Solche digitalen Möglichkeiten können den Fachkräftemangel, den man in vielen Praxen hat, zukünftig ausgleichen. 

Digital für Entlastung im Team sorgen

Online-Terminvereinbarung, digitales Formularmanagement, Online-Rezeption, das sind grundlegende digitale Werkzeuge, die die Medizinischen Fachangestellten (MFA) entlasten. „Eine Online-Rezeption, die wirklich 60 bis 80 Prozent des Telefonaufkommens reduzieren kann, ist eben eine gute Lösung“, sagt Julia Langenstein. Der Patienten-Anmeldebereich, die elektronische Patientenakte und medizinische Geräte, die im Praxisalltag zum Einsatz kommen, stehen außerdem auf dem Programm. Zum Test steht eine Ganzkörper-Messstation bereit, durch die sich Patienten selbst klicken können. Am Ende bekommen sie einen Ausdruck mit Größe, Gewicht, Körpertemperatur, Blutdruck und Sauerstoffsättigung. „Wir können den Praxen helfen, wenn sie sich fragen: Ist das alles wirklich etwas für mich?“ Das geschieht auch insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Belastung durch Personalengpässe im Gesundheitswesen.

Den Blick in die Zukunft wagen

Neben den digitalen Angeboten, die schon jetzt vorhanden sind, zeigt die Praxis4future auch, was vielleicht noch kommt. „Wir zeigen dann auch die Vision, was sich in zehn bis 15 Jahren entwickeln kann“, sagt Julia Langenstein. Der weitere Ausbau mit Künstlicher Intelligenz, die teilweise schon in Praxisverwaltungssystemen implementiert ist, wird vorgestellt. 

Birgit Haseke-Hellebrand empfängt die Interessierten in den multimedial ausgestatten Räumen in Düsseldorf: „Wir gestalten die Besuche bei uns individuell und lernen die Praxen kennen, sodass wir schauen, wo der Bedarf ist“, sagt sie. Die Praxis4future versteht sich damit nicht nur als Showroom für digitale Technik, sondern auch als praxisnahes Zukunftslabor. Es bietet Raum für Orientierung, Entscheidungshilfe und Weiterentwicklung – stets mit dem Ziel, die Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich, zugänglich und vor allem nutzbringend zu gestalten. „Unser Ziel ist dann erreicht, wenn Praxisteams hier rausgehen und über Digitalisierung nachdenken“, sagt Julia Langenstein.

  • Simona Meier