KVNO aktuell Letzte Änderung: 20.10.2021 00:00 Uhr

KVNO aktuell 10 | 2021 - Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor einigen Monaten hätte man es kaum zu träumen gewagt, mittlerweile sind wir mit Blick auf die Corona-Pandemie aber fast in der Normalität angekommen - und daran haben Sie sehr großen Anteil.

© Malinka|KVNO

Ende September haben die Impfzentren in Nordrhein ihren letzten „Arbeitstag“ absolviert und es hat sich gezeigt, dass diese durchaus ihre Berechtigung hatten, um möglichst schnell große Teile der Bevölkerung zu impfen. Der massive Anstieg der Impfquote geht allerdings ganz klar auf das Konto der nordrheinischen Vertragsärzteschaft. Aber wir wissen auch alle: Die Pandemie ist noch nicht beendet und das Coronavirus wird künftig Teil unseres Alltags bleiben. Durchgängige Auffrischungsimpfungen werden uns vermutlich weiterhin in den Praxen beschäftigen - wohin sie unserer Meinung nach definitiv auch gehören.

Das gilt mehr denn je auch für die Grippeschutzimpfung. Angesichts der jüngeren, vermeintlich als „innovativ“ geltenden Projekte im Land, in denen zum Beispiel die ärztliche Aufgabe des Impfens gegen Influenza von Apotheken durchgeführt wird, ist es aus unserer Sicht nun dringend geboten, konsequenterweise über ein erweitertes Dispensierrecht für Ärztinnen und Ärzte zu sprechen. Hier ist jetzt die Politik gefragt und muss für Fairness und Glaubwürdigkeit sorgen. An dieser Stelle werden wir als KV Nordrhein aktiv daran mitwirken, diese Diskussion offensiv zu führen und sie in der Sache weiter voranzubringen. Gerade im Notdienst sollten die diensthabenden Kolleginnen und Kollegen einen Grundstock an Medikamenten - wie etwa Schmerzmittel oder gängige Antibiotika - direkt vor Ort ausgeben dürfen. Und wir sollten auch im Hinterkopf behalten, dass Arzneimittel für den Sprechstundenbedarf bereits ganz unkompliziert über den Onlineweg bestellt werden können. Wegen der zum Teil steigenden Kosten bei der Apotheke vor Ort und mit Blick auf das letztendlich höhere Regress-Risiko macht dies sicherlich Sinn und die Zufriedenheit unserer Patientinnen und Patienten wird dadurch keineswegs geschmälert.  

Zum Stichwort „Patientenzufriedenheit“ möchten wir Ihnen noch eine ganz entscheidende Botschaft mitgeben: So sehr sich die Corona-Pandemie auch auf den Praxisalltag ausgewirkt haben mag, die Patientinnen und Patienten im Rheinland schätzen Ihre Arbeit in hohem Maße. Die diesjährige Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat ergeben, dass die Menschen in Nordrhein mit der niedergelassenen Ärzteschaft sowie ihrer Stammpraxis sehr zufrieden sind. In der Studie haben 91 Prozent aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer angegeben, ein „gutes“ oder „sehr gutes“ Vertrauensverhältnis zu ihrer behandelnden Ärztin beziehungsweise ihrem behandelnden Arzt zu unterhalten – damit liegt Nordrhein sogar leicht über dem Bundesdurchschnitt. Ein solches Ergebnis kommt nicht von ungefähr. Und wenn man sich auch nicht auf guten Umfrageergebnissen ausruhen sollte, so ist dies doch eine Rückmeldung, auf die Sie stolz sein dürfen!