Letzte Änderung: 07.07.2021 05:00 Uhr

Bluttest zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors neu im EBM

Schwangere mit negativem Rhesusfaktor D können ihr Blut jetzt auf den Rhesusfaktor D des ungeborenen Kindes testen lassen, um gezielt eine gegebenenfalls erforderliche Anti-D-Prophylaxe zu erhalten.

Möglich ist dies bei Ein-Kind-Schwangerschaften ab der zwölften Woche. Die hierfür erforderliche fachgebundene genetische Beratung und die Laboruntersuchung werden zum 1. Juli als neue GOP in den EBM aufgenommen.


Mit der Anpassung des EBM haben Rhesus-D-negative Schwangere ab dem 1. Juli Anspruch auf den Test, den der Gemeinsame Bundesausschuss vergangenes Jahr als neue Kassenleistung beschlossen hatte.

Die neuen EBM-Leistungen im Überblick:

GOP Leistung Bewertung Hinweise
01788 Beratung nach GenDG zum nicht-invasiven Pränataltest auf den Rhesusfaktor (NIPT-RhD)
gemäß Abschnitt C und Anlage 7 der Mutterschaftsrichtlinien
84 Punkte / 9,34 Euro •    je vollendete 5 Minuten
•    höchstens zweimal je Schwangerschaft
•    nicht bei einer Mehrlingsschwangerschaft
01869 Pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors D an fetaler DNA aus mütterlichem Blut 905 Punkte / 100,68 Euro •    einmal je Schwangerschaft
•    höchstens zweimal im Krankheitsfall
•    nicht bei einer Mehrlingsschwangerschaf

Bisher erhalten alle Rhesus-D-negativen Schwangeren eine Anti-D-Prophylaxe. Die fetale Rhesusfaktorbestimmung ermöglicht nun eine gezielte Prophylaxe, wenn ein Rhesus-D-positives Kind erwartet wird, denn nur dann besteht das Risiko einer Sensibilisierung der Mutter. Die medizinisch unnötige Gabe von Blutprodukten (Anti-D-Immunglobulin) an Rhesus-D-negative Schwangere, die ein Rhesus-D-negatives Kind erwarten, kann somit vermieden werden.

Weitere Infos bei der KBV