Arzneimittel Heilmittel Hilfsmittel Verordnung KVNO aktuell Letzte Änderung: 20.10.2021 00:00 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Auf versteckten Off-Label-Use achten

Einzelne Krankenkassen stellen Prüfanträge, wenn Arzneimittel außerhalb ihrer Zulassung eingesetzt werden.

Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist die Verordnung von Scopoderm-Pflaster bei Hypersalivation: Die Pflaster sind ausschließlich zur Behandlung von Reiseübelkeit zugelassen und können nicht zulasten der Krankenkasse verordnet werden. Entweder muss die Verordnung vorher mit der Krankenkasse geklärt oder die Pflaster müssen auf einem Privatrezept verordnet werden.

Andere Beispiele für die Anwendung außerhalb der Zulassung sind nicht so eindeutig wie der beschriebene Fall, führen aber auch zu Prüfanträgen:

  • Fentanyl-Lollies und -Buccaltabletten bei starken Schmerzen: Die Fertigpräparate Actiq und Effentora sind nur zur Behandlung von Durchbruchschmerzen bei Tumorpatienten zugelassen.
  • Bei Rivaroxaban ist die Zulassung je nach Dosierung unterschiedlich: Xarelto® Filmtabletten gibt es in vier verschiedenen Dosierungen, nur die Tabletten der Dosierung 15 und 20 mg sind bei nicht valvulärem Vorhofflimmern zugelassen.
  • Protonenpumpeninhibitoren (PPI) haben keine Zulassung zur Behandlung der Gastritis. Sie sind unter anderem zugelassen zur Behandlung und Prophylaxe von Ulcera und bei Refluxösophagitis.
  • Das Reserveantibiotikum Linezolid (Zyvoxid) ist nur für die Anwendung bis zu 28 Tage zugelassen. Eine längere Behandlung wäre ebenfalls ein Off-Label-Use.

Achten Sie stets darauf, dass bei der Verordnung von Arzneimitteln auch die passende Diagnose in der Patientenakte und auf dem Abrechnungsschein kodiert ist. Für den Fall, dass ein Prüfantrag gestellt wurde, sollten Sie gegenüber der Prüfungsstelle darlegen, dass die entsprechende Diagnose beim Patienten vorgelegen hat und diese im Nachhinein in der Stellungnahme benennen können.

 

  • HON

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