Arzneimittel Verordnung KVNO aktuell Letzte Änderung: 19.02.2025 16:44 Uhr Lesezeit: 1 Minuten
Antibiotika-Verordnungen nehmen wieder zu
Nach einem Rückgang von rund 40 Prozent während der Corona-Pandemie ist die Anzahl der ambulanten Antibiotika-Verordnungen zuletzt wieder gestiegen.
Verordnungen zuletzt wieder gestiegen. Inzwischen haben sie das Niveau von 2019 erreicht – sowohl bundesweit als auch in Nordrhein.
Die Zahl der Verordnungen wird von einem Anstieg der Behandlungsfälle wegen Infektionen der oberen Atemwege flankiert. Bei genauer Betrachtung fällt jedoch auf, dass die Behandlungsfälle stärker gestiegen sind als die Verordnungen. In der Fachgruppe der Allgemeinmedizin stiegen die Behandlungsfälle von 2,400 Millionen 2017 um 40 Prozent auf 3,364 Millionen 2023. Die Zahl der Antibiotika-Verordnungen über alle Indikationen in der Fachgruppe ging in diesem Zeitraum von 2,575 Millionen um 10 Prozent auf 2,322 Millionen zurück (siehe Abbildung).
Ähnlich entwickelten sich die Zahlen bei der Fachgruppe der Pädiatrie: Die Behandlungsfälle für J-Diagnosen nach ICD-10 stiegen von 2017 bis 2023 um 37,5 Prozent, während die Zahl der Antibiotika-Verordnungen von 2017 bis 2020 zunächst um 50 Prozent zurückging, um dann 2023 etwa 15 Prozent über dem Ausgangsniveau von 2017 zu liegen. Auch hier wird der erneute Anstieg der Antibiotikaverordnungen nach der Corona-Pandemie von der Zunahme der behandelten Infektionen deutlich übertroffen.
Antibiotikareporte
Für den individuellen Vergleich der eigenen Verordnungszahlen stellt die KVNO seit 2020 Antibiotikaberichte je Betriebsstätte in den Fachgruppen Allgemeinmedizin/hausärztliche Internistinnen und Internisten, Pädiatrie, Dermatologie, Gynäkologie, Urologie und Pneumologie zur Verfügung. Praxen finden sie im KVNO-Portal. Die Berichte wurden 2024 nochmals umgestellt und haben nun als Bezugsgröße die Fallzahl je Praxis, um den relativen Verbrauch von Antibiotika darzustellen.
- TRH