EBM KVNO aktuell Letzte Änderung: 30.03.2020 15:51 Uhr

Ab 1. April tritt der neue EBM in Kraft: Änderungen im Detail

Die Reform des EBM bringt den Praxen insgesamt keinen Euro mehr Umsatz – und ist beschränkt auf das Notwendigste. Dazu zählt vor allem die Anpassung der Kalkulationsgrundlagen. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber die Vorgabe gemacht, die sprechende Medizin zu fördern.

Wir stellen vor, wie das konkret passiert – und welche weiteren Detailänderungen ab 1. April für die Praxen wichtig sind.

Grundsätzlich wird jede Leistung des EBM über das Standardbewertungssystem kalkuliert. Jede Leistung hat dabei einen „ärztlichen Leistungsanteil“ und einen „technischen Leistungsanteil“. Im ärztlichen Leistungsanteil spiegeln sich dann solche Faktoren wie der Arztlohn und die angenommene Kalkulationszeit für die Leistung wider. Im technischen Leistungsanteil sind Faktoren wie die Praxiskosten, aber auch die Kosten für ein technisches Gerät enthalten.

Einer der Schwerpunkte der Weiterentwicklung ist die Höherbewertung der zeitbezogenen Leistungen des EBM. Dabei liegt der Fokus auf den im EBM vorgegebenen Gesprächsleistungen: Das problemorientierte ärztliche Gespräch (GOP 03230/04230) in der Hausarztpraxis beispielsweise ist ab April mit 128 Punkten (14,06 Euro) bewertet – das sind 42 Prozent mehr als bisher. Das neurologische Gespräch (GOP 16220) steigt von 90 Punkten (9,89 Euro) auf 154 Punkte (16,92 Euro), ebenso das psychosomatische Gespräch.

Technische Leistungen dagegen sind ab April niedriger bewertet als bisher, zum Beispiel Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen. Dies trifft vor allem Radiologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmediziner sowie fachärztliche Internisten. Auch die Bewertung anderer EBM-Leistungen wurde angepasst. Hintergrund ist, dass in vielen Fällen die Kalkulationszeiten für die Leistungen gesenkt wurden. In diesem Zusammenhang wurden aber auch die für die Plausibilitätsprüfung relevanten Prüfzeiten des EBM gesenkt.

KVNO aktuell 3+4 (PDF, 2700KB)

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Übersicht der KBV

Im Internet-Angebot der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) finden Praxen eine Übersicht, die die wichtigsten Änderungen und die Entwicklung der Top-Leistungen je Fachgruppe zeigt. Sie zeigt zudem, ob die Fachgruppe mit einem Honorarplus oder mit einem Honorarminus rechnen kann.

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