Notdienst Letzte Änderung: 28.11.2025 09:58 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Portalpraxis am EVK Mettmann nimmt Betrieb auf

Ambulanter Bereitschaftsdienst im Kreis Mettmann

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© iStock
Empfang einer Notdienstpraxis
  • Anlaufstelle für gesundheitliche Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten ab Dezember geöffnet
  • Weiterhin möglich: Ärztliche Hausbesuche über Servicenummer 116 117 sowie Videosprechstunden an Feiertagen und Wochenenden von zu Hause aus
  • Neue Lösung für den Landkreis wurde notwendig durch Klinikambulanz-Schließungen in Ratingen und Langenfeld

Die neu errichtete Portalpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) am Evangelischen Krankenhaus (EVK) in Mettmann nimmt am kommenden Montag, 1. Dezember, 19 Uhr, ihren Betrieb auf. Im Fall gesundheitlicher Beschwerden außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten können sich Bürgerinnen und Bürgern aus der Region dann an die dort dienst-habenden Ärztinnen und Ärzte wenden. Schwere Notfälle werden in der direkt angebundenen Klinik-Ambulanz des EVK versorgt - die neue KVNO-Portalpraxis ist direkt in die Notaufnahme intergiert. Ergänzend stehen Erkrankten bei Bedarf auch die Portalpraxen am Klinikum Niederberg in Velbert sowie die Einrichtungen in Solingen, Leverkusen oder Düsseldorf zur Verfügung.

Zeitgleich mit dem Start der Portalpraxis Mettmann stellen die bisherigen Bereitschaftsdienstpraxen in Ratingen (ehemals St. Marien-Krankenhaus) und Langenfeld (St.-Martinus-Krankenhaus) zum 1. Dezember ihren Betrieb ein. Beide Einrichtungen können letztmalig am Sonntag, 30. November, zwischen 8 und 22 Uhr aufgesucht werden. Grund für das Betriebsende in Langenfeld ist die zum Jahreswechsel 2025/2026 bevorstehende Schließung der dortigen Krankenhaus-Ambulanz, in der auch die KVNO-Praxis bislang eingebunden ist. In Ratingen endet die seit Mai 2024 bestehende Interimslösung, die durch die Schließung des St. Marien-Krankenhauses nötig wurde.

Denn die räumliche Nähe zu einem Krankenhaus ist im ambulanten Bereitschaftsdienst schnell entscheidend. Zum Beispiel bei Patientinnen und Patienten mit medizinischen Notfällen, die aber zunächst in der Praxis der KVNO vorstellig werden oder bei Erkrankten, die eine weitere Untersuchung durch ein Labor oder eine Röntgenaufnahme benötigen. „Stellen sich solche Personen allerdings in einer Praxis der KV vor und es ist kein Krankenhaus mit Notfallambulanz vor Ort vorhanden, wird das Praxispersonal auch immer den Rettungswagen rufen und der Betroffene verliert wertvolle Zeit. Gleichzeitig würde der Rettungsdienst zusätzlich belastet“, erklärt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KVNO.

Trotz dieser Gründe hatte die KVNO in Ratingen das örtliche Notdienstangebot in Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium gut anderthalb Jahre in Räumen der ehemaligen Notdienstpraxis weitergeführt, da die Klinik-Schließung in Ratingen zu Sorgen unter der örtlichen Bevölkerung geführt hatte. Gleichzeitig wurde eine Untersuchung beim unabhängigen Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung (ZI) beauftragt.

Der Weiterbetrieb der Praxis für den Bereitschaftsdienst in Ratingen habe gezeigt, dass eine Praxis ohne angeschlossene Klinik die Fahrten von Rettungswagen forcieren kann und das obwohl sich gleichzeitig der Patientenstrom vor allem in den Stoßzeiten deutlich reduziert - teilweise deutlich um mehr als ein Drittel, erläutert Bergmann.

Die Untersuchung des ZI hat ergeben, dass eine neue Portalpraxis in Mettmann sowie eine weitere von der KVNO bereits ausgebaute Portalpraxis an der Klinik mit angeschlossener Kinderklinik in Velbert unter den gegebenen Voraussetzungen die Anforderungen am stärksten erfüllt.

„Die Entscheidung, im Landkreis die Standorte der Bereitschaftsdienstpraxen zu verändern, ist uns nicht leichtgefallen“, betont Bergmann. „Wir wissen sehr genau, welchen Stellenwert die Gesundheitsversorgung für die Menschen hat und setzen uns jeden Tag dafür ein, im Rahmen unserer Verantwortung diese bestmöglich zu sichern. Das bedeutet in diesem Fall auch, eine schwierige Entscheidung für die Menschen in den betroffenen Städten zu treffen“, sagt der KVNO-Vorstand. Ebenso macht er klar: „Wenn die Kliniken in Ratingen nicht weggefallen wäre, wäre Ratingen heute noch Portalpraxis-Standort. Gleiches gilt für Langenfeld.“

Standorte Mettmann und Velbert sichern die Versorgung für den ganzen Landkreis

Ebenso stellte Bergmann klar: „Die beiden neuen Standorte Mettmann und Velbert stellen die ambulante Versorgung zu den Zeiten, in denen die normalen Praxen geschlossen haben, sicher. Das hat das ZI klar festgestellt. Selbst bei einem ersatzlosen Wegfall der Praxisstandorte Ratingen und Langenfeld würde die Versorgung im Landkreis dennoch den gesetzlichen und vertraglichen Erfordernissen entsprechen. Das kam für uns aber nicht infrage.“ Daher habe man bereits im Vorfeld zum Beispiel mit der weiteren Ertüchtigung und dem Ausbau des Standortes in Velbert begonnen.

Zusammenarbeit mit dem EVK in Mettmann bietet Zukunftssicherheit

„Durch den Wegfall der beiden Krankenhäuser in Ratingen und Langenfeld war es wichtig, eine möglichst schnelle Lösung im Landkreis zu finden, die zudem zukunftssicher ist. Das haben wir mit der Portalpraxis zusammen mit dem EVK in Mettmann erreichen können“, so der KV-Vorstand. „In Mettmann arbeiten die Fachleute Hand in Hand und stellen so eine bestmögliche Versorgung der Menschen bei medizinischen Notfällen ebenso wie bei Beschwerden, die ambulant versorgt werden können, sicher.“

Neben der Versorgung vor Ort in Mettmann oder Velbert stehen zudem weiterhin ambulante Versorgungsangebote, die auch von zu Hause erreichbar sind, für die Menschen zur Verfügung.

Ärztliche Hausbesuche weiterhin über Servicenummer 116 117

Denn von den Standort-Veränderungen unberührt ist die Versorgung bettlägeriger und nicht mobiler Patienten in der Region. In diesen Fällen kann über die kostenlose Servicenummer, 116 117, weiterhin ein ärztlicher Hausbesuch erfragt werden.  

Weiteres Versorgungsangebot für zu Hause: Videosprechstunden für alle
Ergänzend zur Versorgung in der Bereitschaftsdienstpraxis vor Ort haben Eltern erkrankter Kinder ebenso wie Erwachsene im Akutfall die Möglichkeit, kostenlos eine Videosprechstunde außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten durchzuführen. Dabei können mit einer Ärztin/einem Arzt ebenso Symptome abgeklärt und erste Behandlungsmaßnahmen besprochen werden. Auch der Erhalt eines eRezeptes ist bei Bedarf möglich. Häufig ist im Anschluss kein weiterer Praxisbesuch notwendig.

Die Videosprechstunde im kinderärztlichen Notdienst ist samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 22 Uhr verfügbar. Das Pendant für Erwachsene samstags, sonntags und feiertags von 9 bis 21 Uhr. Angefragt werden können beide Videosprechstunden-Angebote der KVNO entweder über die Servicenummer 116 117 oder über www.kvno.de/kinder bzw. www.kvno.de/erwachsene

Die Öffnungszeiten der allgemeinen ärztlichen Portalpraxis Mettmann lauten:
Montag, Dienstag, Donnerstag: 19 bis 22 Uhr
Mittwoch, Freitag: 13 bis 22 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage, Heiligabend, Silvester und Rosenmontag: 8 bis 22 Uhr
Adresse: Gartenstraße 4 - 8, 40822 Mettmann

Die Öffnungszeiten der allgemeinen ärztlichen Portalpraxis Velbert:
Montag, Dienstag, Donnerstag: 19 bis 22 Uhr
Mittwoch, Freitag: 13 bis 22 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage, Heiligabend, Silvester und Rosenmontag: 8 bis 22 Uhr
Adresse für beide Einrichtungen: Robert-Koch-Straße 2, 42549 Velbert

Die Öffnungszeiten der kinderärztlichen Portalpraxis Velbert lauten:
Mittwoch, Freitag: 16 bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage, Heiligabend, Silvester und Rosenmontag: 10  bis 13 Uhr und 16 bis 19 Uhr

Weitere Informationen zum ambulanten Notdienst in Nordrhein gibt es unter www.kvno.de/notdienst

Kontakt

Christopher Schneider

KV Nordrhein
stellv. Pressesprecher

Telefon +49 211 5970 8280
E-Mail presse@kvno.de

Timo Krupp

KV Nordrhein
Leitung Presse & Relations

Telefon +49 211 5970 8336
E-Mail presse@kvno.de