Abrechnung Letzte Änderung: 27.11.2025 14:22 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

KVNO-Vorstand kritisiert die von der SPD geplante Bereinigung der Gesamtvergütung als Rückschritt

Vergütung schneller Facharzttermine bei besonderer Dringlichkeit

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© KV Nordrhein | Lothar Wels
  • Planungen gefährden die Versorgung und schwächen die ambulante Facharztpraxis
  • Statt finanzieller Kürzungen braucht es gezielte Investitionen in die ambulante Versorgung
  • Gesamtvergütung schon jetzt im Jahr nur bis Anfang November ausreichend
  • Vermittlung von Patienten muss als Basis für sinnvolle Steuerung ausgebaut werden

Die Planungen der SPD im Bund zur Bereinigung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) stoßen auf deutliche Kritik in der Ärzteschaft und beim Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO). Dr. med Frank Bergmann, Vorsitzender des Vorstandes der KVNO kritisiert: „Diese Planungen sind keine Verbesserung, sondern wären ein fataler Rückschritt! Sie würde dem ambulanten System wichtige Mittel entziehen, die aber bereits jetzt dringend für die Versorgung benötigt werden.“

Das sei vor allem deshalb so wichtig, da die ambulante Versorgung mit Abstand sowohl wirtschaftlicher und zudem patientennäher als die stationäre Versorgung im Krankenhaus sei. Bergmann: „Bereits jetzt finden rund acht von zehn Behandlungen ambulant statt. Dabei entsteht aber nur ein Bruchteil der Kosten des gesamten Gesundheitssystems! Die Vermittlung von Patientinnen und Patienten muss nicht gekürzt, sondern als Basis für eine sinnvolle Steuerung ausgebaut werden. Innovative Vermittlungsansätze sollen gefördert werden!“

Plan schwächt Anreize und ignoriert die Realität

Bergmann führt weitere Kritikpunkte aus: „Dieser Plan würde zudem die Anreize schwächen, kurzfristige Termine für dringliche Fälle zu ermöglichen und ignoriert, dass ambulante Fachärztinnen und Fachärzte bereits heute einen Großteil der Versorgung effizient und wirtschaftlich leisten. Wenn man jetzt die Vermittlungsfälle ausweitet, weitet man damit auch die vertragsärztliche Tätigkeit aus. Und das, wo eine Gesamtvergütung im Jahr schon jetzt nur bis Anfang November ausreicht.“

Die KVNO setze sich für eine faire, nachhaltige und zukunftsorientierte Vergütung ambulanter Facharztleistungen ein – insbesondere bei der Versorgung dringlicher Fälle. Bergmann erklärt: „Politische Maßnahmen müssen die Versorgungsrealität anerkennen und die ambulante Versorgung stärken, statt sie durch pauschale Kürzungen oder Bereinigungen zu schwächen!“ Eine Basisbereinigung wurde bereits mit dem Start der TSVG-Regelung vorgenommen. Eine Doppelvergütung sei somit von Beginn an ausgeschlossen, so Bergmann. „Die Debatte um lange Wartezeiten auf Facharzttermine ist nicht neu, Verbesserungen werden seitens der Politik gefordert, bislang bleibt die Politik aber auch konkrete Lösungen schuldig“, führt Bergmann weiter aus.

Der Vorstandschef erläutert den Standpunkt der KVNO: „Wir wollen, dass dringliche Facharzttermine für Patientinnen und Patienten erreichbar bleiben. Wer schnelle Versorgung fordert, muss sie auch finanzieren.“ Die KVNO fordere daher, dass die extrabudgetäre Vergütung für schnelle Termine erhalten bleiben muss – ohne Bereinigung der MGV. Ebenso müssen die Praxen gestärkt und nicht geschwächt werden.

Bergmann: „Die ambulanten Fachärztinnen und Fachärzte sichern eine wirtschaftliche und wohnortnahe Versorgung. Wer Wartezeiten wirklich verkürzen will, muss die Rahmenbedingungen für Praxen verbessern – nicht verschlechtern. Die Umsetzung des Plans der SPD wäre ein Bärendienst an der Ärzteschaft und unserer Bemühungen, in einem eh bereits hochbelasteten System, innovative Lösungen zu forcieren und die dringend notwendige Steuerung auszubauen.“

Kontakt

Christopher Schneider

KV Nordrhein
stellv. Pressesprecher

Telefon +49 211 5970 8280
E-Mail presse@kvno.de

Timo Krupp

KV Nordrhein
Leitung Presse & Relations

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E-Mail presse@kvno.de