Letzte Änderung: 07.05.2026 06:53 Uhr
KV Nordrhein als Innovationstreiber
Vorstand zeigt Zukunft der ambulanten Versorgung — Innovationen, Steuerung und Künstliche Intelligenz im Fokus
Als am gestrigen Mittwochmorgen im historischen Kölner Gürzenich der „Gesundheitskongress des Westens“ (GdW) seine Tore öffnet, sind sich die Entscheiderinnen und Entscheidern aus Gesundheitspolitik, Selbstverwaltung und Versorgung einig: Es geht um die Zukunft einer gesamten Branche. Das unterstrich auch noch einmal Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, als er Entschlossenheit und einen Wandel des Mindsets angesichts der Sparpläne des Bundes einforderte. Es gehe darum, Veränderungen anzustoßen, die die Versorgung der Menschen in der Zukunft sichere.
Das ließ Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, auf dem Eröffnungspanel im vollbesetzten großen Saal nicht unkommentiert: „Die KV Nordrhein fordert seit Jahren eine Transformation. Wir forcieren seit Jahren Veränderung!“ In der Tat nutzt die KV Nordrhein diese wichtige Netzwerk-Konferenz als Plattform, um die Gestaltungskraft der ambulanten Versorgung und den Wunsch nach Transformation samt Lösungen zu präsentieren.
In mehreren Panels gibt der KV-Vorstand an beiden Kongresstagen Antworten auf bedeutende Zukunftsfragen. Tenor: Das ambulante System, ist wichtiger Akteur und Gestalter von Innovationen - und dies gerade angesichts der anstehenden großen Reformen im Gesundheitswesen.
Mit Blick auf die geplanten Sparpläne der Regierung wäre es fahrlässig, dieses Potenzial einzukürzen und unausgeschöpft zu lassen, betonte Dr. med. Frank Bergmann auf dem GdW-Eröffnungspanel. „Wir sind nicht hier, um zu warnen. Wir sind hier, um zu zeigen, wie es geht – und welch immensen Beitrag das vertragsärztliche System leisten kann." Mit seiner Forderung nach politischem Rückenwind für eine starke, ambulante Versorgung, die mit Lösung parat stehe, erntete der Vorstandsvorsitzender viel Applaus.
KV Nordrhein gestaltet die Zukunft aktiv – mehr politischer Rückenwind notwendig
Mit seinen Panels auf dem GdW setzt der KV-Vorstand Nordrhein klare Akzente: Angesichts der Herausforderungen der Zukunft braucht es entschlossenes, aktives Handeln. Die KV Nordrhein und ihre Mitglieder im Rheinland gestalten diese Transformation bereits heute und setzen auf einen gemeinsamen Dialog zwischen der Ärzteschaft, Krankenkassen und der Politik. Bergmann: „Wir sind bereit. Die Frage ist: Ist die Politik bereit, uns die notwendigen Gestaltungsräume zu geben?"
Ein Beispiel ist eine dringend notwendige elektronische Vernetzung der beiden Rufnummern 116 117 und 112. Bereits seit 2024 läuft ein erfolgreiches Projekt der KV Nordrhein im Schulterschluss mit dem Notdienst der Bundesstadt Bonn. Hier fehle es aber an klaren politischen und finanziellen Rahmenbedingungen sowie betrieblicher Unterstützung, damit alle 52 Leitstellen in NRW diese wichtige Infrastruktur zeitnah und koordiniert einführen können. „Auch die Idee der Politik einer Integrierten Notfallpraxis ist nicht neu. Bei uns in Nordrhein heißt diese Idee Portalpraxis und wird seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt.“
Notfallreform: Steuerung gehört in ärztliche Hände
Vor allem die anstehende Notfallreform biete laut dem KV-Vorstand die große Chance, Versorgung künftig nicht nur ressourceneffizienter, sondern auch wirtschaftlich zu gestalten. Zentral dafür sei eine intelligente Steuerung über eine niedrigschwellige Plattform – mit digitalen und analogen Zugängen sowie verbindlicher medizinischer Ersteinschätzung. Die ambulante Servicestelle 116 117 des KV-Systems könne diese Funktion bestens erfüllen, so Bergmann. Wichtig sei dabei, dass in der Akutversorgung die Steuerung der Hilfesuchenden nach einer Ersteinschätzung zwingend in den Händen des KV-Systems und der Ärzte bleiben, betonte der KV-Chef im Rahmen des Panels „Notfallreform 2026: Verantwortungsvoll steuern im Akutfall“ am Mittwochmittag.
In den Portalpraxen sorgen der ambulante Bereitschaftsdienst und Notfallambulanzen bereits jetzt gemeinsam dafür, dass Patienten schnell in die passende Versorgung gelangen. Eine Idee, die für gegenseitige Entlastung sorge und in Kombination mit Videosprechstunden und dem Steuerungspotenzial der 116 117 den richtigen Weg für eine intelligente Steuerung aufzeige, waren sich die Diskutanten aus Ärzteschaft und Krankenhäusern einig.
KI: Intelligente Versorgungssteuerung in der Praxis
Dass auch das Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) zunehmend Bedeutung in der ambulanten Patientenversorgung gewinnt, veranschaulichte Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Dies im Panel „Arztpraxis 2030“. Laut König, sei KI kein Hype, sondern auch in Praxen ein smartes Werkzeug mit messbarem Nutzen – gerade zur Unterstützung der Praxisteams.
König fasst zusammen: „Automatische Dokumentation spart Zeit für die Patientenbehandlung. Intelligente Terminplanung reduziert Leerläufe. Klinische Entscheidungsunterstützung verbessert die Diagnostik – etwa bei Röntgenbildern oder der Auswertung von Vitaldaten." Laut dem KV-Vorstand und Hausarzt entstehe Akzeptanz in erster Linie durch Erfahrung: „Ärzte sind pragmatisch: Was funktioniert und entlastet, wird auch genutzt."
Digitalisierung: KVNO unterstützt Praxen gezielt - neuer KI-Showroom in Köln
Genau deshalb gestalte die KV Nordrhein laut König den digitalen Transformationsprozess für ihre Mitglieder aktiv mit: In den Showrooms der Praxis4Future an den Standorten Düsseldorf und Köln können Ärzte Digitalisierung konkret erleben. Ab Mitte Mai gibt es einen KI-Fokusraum am Butzweilerhof mit über 20 Tools für den Praxisalltag. Termine können ab sofort unter kvno.de/praxis4future kostenlos gebucht werden König: „Wer heute in Digitalisierung und KI investiert, sichert die Versorgung von morgen."