Notdienst Letzte Änderung: 02.02.2022 09:32 Uhr

Ambulanter Notdienst in Nordrhein – Videosprechstunden an weiteren Standorten möglich

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein rollt die Option von Videosprechstunden im ambulanten Notdienst weiter aus.

© agenturfotografin | Adobe Stock
Telemedizin kann die Versorgung verbessern, vor allem in ländlichen Regionen.

Nachdem bereits seit November 2021 Bürgerinnen und Bürger des Kreises Heinsberg bei entsprechenden gesundheitlichen Beschwerden digital Kontakt zu einer diensthabenden Ärztin/einem diensthabenden Arzt der Region aufnehmen können, besteht jetzt auch für Einwohnerinnen und Einwohner der Bereiche Eschweiler/Stolberg, Würselen und Simmerath im Großraum Aachen diese Option. „Das Angebot erfolgt zusätzlich zur ‚normalen‘ ambulanten Akutversorgung während der Öffnungszeiten der örtlichen Notdienstpraxen und in Ergänzung zum ärztlichen Hausbesuchsdienst für Personen, die eine Notdienstpraxis nicht selbstständig aufsuchen können“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein.

Koordinierung über Servicenummer 116 117

Um zu den Notdienstzeiten (etwa abends, nachts oder am Wochenende) online Kontakt zum ambulanten Notdienst erhalten zu können, wenden sich Bürgerinnen und Bürger der genannten Regionen zunächst an die kostenlose Servicenummer der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die 116 117. Nach Lage des Einzelfalles kann die Arztrufzentrale (ARZ) dann in geeigneten Fällen eine digitale Konsultation – nach Absprache auch eine Telefonsprechstunde – mit einer diensthabenden Ärztin/einem diensthabenden Arzt vermitteln. Grundlage für die Entscheidung zur Videokonsultation ist dabei das im Bund zum Einsatz kommende Verfahren der „Strukturierten medizinischen Ersteinschätzung in Deutschland“, kurz „SmED“.

Keine besondere Software erforderlich

„Zur Inanspruchnahme der Videosprechstunde benötigen Anruferinnen und Anrufer ein geeignetes und in der Regel in jedem Haushalt vorhandenes Gerät, wie etwa ein Smartphone, Tablet, Notebook oder einen Computer mit Kamera und Mikrofon. Es muss kein besonderes Programm installiert werden, der Link zur Videosprechstunde wird von der Arztrufzentrale auf die Endgeräte der Behandelten versendet“, erklärt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Unter der 116 117 Anrufende erhalten von den dafür extra geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die notwendigen Informationen. Sofern das zu Grunde liegende medizinische Problem in der Videokonsultation nicht versorgt werden kann und ebenfalls nicht die unmittelbare Hinzuziehung des Rettungsdienstes erforderlich ist, erfolgt die Versorgung – wie üblich – über die ambulanten Notdienstpraxen oder den Fahrdienst in der Region.

Telemedizinischer Anwendungen sollen Versorgung ergänzen

Hintergrund für das jetzt auch bei Aachen zum Einsatz kommende Versorgungsformat der Videosprechstunde sind u.a. Bestrebungen des Gesetzgebers, ab Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des ambulanten ärztlichen Notdienstes verstärkt auch telemedizinische Anwendungen bei der Akutversorgung der Patientinnen und Patienten zum Einsatz kommen zu lassen – ergänzend zu den „klassischen“ Versorgungsstrukturen. Erstmals modellhaft von der KV Nordrhein angeboten wurde die Videosprechstunde im Notdienst im Kreis Heinsberg. Eine Ausdehnung auf weitere Städte und Kreise des Rheinlands ist für die Zukunft in Planung.

Weitere Informationen zum ambulanten Notdienst in Nordrhein gibt es unter www.kvno.de/notdienst.

Kontakt

Sven Ludwig

Christopher Schneider

Thomas Petersdorff