Arbeiten als Geflüchtete in Praxen

Wie können Ukraine-Geflüchtete als Ärztinnen, Ärzte oder MFA in den Praxen arbeiten?

Um in bestimmten Berufen arbeiten zu können, gibt es für Geflüchtete in Deutschland gewisse Voraussetzungen, teilweise wird die Anerkennung ausländischer Berufsausbildungen vorausgesetzt. Die KV Nordrhein hat die Informationen und Links zusammengefasst, die Praxen benötigen, um aus der Ukraine geflüchtete Fachkräfte als MFA einsetzen und ihnen damit eine neue Chance bieten zu können. Für die Anstellung von Ärztinnen und Ärzte sind die Hürden deutlich höher.

Ist eine Anerkennung als MFA nötig?

Wie die Ärztekammer Westfalen-Lippe feststellt, ist eine Anerkennung hilfreich aber nicht Voraussetzung:

„Die Bescheinigung der Gleichwertigkeit ist für die Ausübung des Berufs „Medizinische Fachangestellte“ keine zwingende Voraussetzung. Man kann sich auch ohne eine formale Gleichwertigkeitsbescheinigung auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Eine Gleichwertigkeitsfeststellung macht die im Ausland erworbene Qualifikation jedoch transparent. Damit ist die Qualifikation für einen Arbeitgeber besser einzuschätzen.“

D.h. der deutsche Berufsabschluss ist nicht zwingend notwendig, die zuständige Ärztin oder der zuständige Arzt haben dann jedoch die Aufsichtspflicht, um bei der Arbeit anzuleiten und zu überwachen. Die Haftung liegt bei der anstellenden Ärztin/dem anstellenden Arzt.

Informationen zur Anerkennung gibt es bei der Ärztekammer als PDF-Download:
https://www.aekwl.de/fileadmin/user_upload/aekwl/mfa/auslandsanerkennung_mfa.pdf 

Und auch die Seite „Anerkennung in Deutschland“ bietet umfangreiche Informationen für das MFA-Berufsbild:
https://www.anerkennung-in-deutschland.de/de/interest/finder/profession/242 

Wie lautet ein gleichwertiger Berufsabschluss in der Ukraine?

Eine der MFA vergleichbare ukrainische Ausbildung lautet: „Feldscher“. Dabei gibt es die drei Schwerpunkte „Labor“, „Gynäkologie“ und „Allgemeinmedizin“. Nach Angaben der Ärztekammer Westfalen-Lippe wurden bereits Gleichwertigkeitsfeststellungen in einigen Fällen ausgesprochen.

Im bq-Portal für ausländische Berufsqualifikationen ist das Berufsbild genauer beschrieben:
https://www.bq-portal.de/db/1770/ukraine/feldscher/01-09-1990

Und wie sieht es bei Ärztinnen und Ärzten oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus?

Ohne die Anerkennung der Approbation ist das Arbeiten in diesem Beruf in Deutschland nicht möglich. Zusätzlich sind auch die Sprachkenntnisse von Belang. 
Unterstützung bietet in diesem Fall die Arbeitsagentur unter https://www.arbeitsagentur.de/ukraine auch in der übersetzten Fassung. 

Lediglich in deutscher Sprache ist die Seite der „Zentralen Anerkennungsstelle für Gesundheitsberufe“ bei der Bezirksregierung Münster zu finden: https://www.bezreg-muenster.de/de/gesundheit_und_soziales/zag/approbation_nrw/index.html. Dort wird allerdings gemeinsam mit dem NRW Gesundheitsministerium geprüft, ob es vereinfachte Anerkennungsverfahren für angestellte Ärztinnen und Ärzte geben kann.

Und auch für Ärztinnen, Ärzte und Fachärztinnen und Fachärzte hat die Seite „Anerkennung in Deutschland“ entsprechend aufbereitete Informationen zu bieten: https://www.anerkennung-in-deutschland.de/html/de/2688.php