Honorar KVNO aktuell Letzte Änderung: 07.07.2021 05:00 Uhr

Zweite Runde für den Praxis-Schutzschirm

Der lange Lockdown seit Dezember vergangenen Jahres hat erneut teilweise zu massiven Einbrüchen beim Patientenaufkommen in den Praxen geführt. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Neuauflage des Schutzschirms für das Jahr 2021 aufgesetzt.

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Detailregelungen dazu hat die KV Nordrhein ausgearbeitet. Die entsprechenden Änderungen des Honorarverteilungsmaßstabs (HVM) wurden von der Vertreterversammlung am 11. Juni beschlossen.

Der Bund hat den Corona-Schutzschirm für das laufende Jahr zwar verlängert, aber deutlich eingeschränkt. Eine wesentliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist, dass die Beteiligung der Krankenkassen an der Finanzierung des Schutzschirms nicht mehr vorgesehen ist. In der Folge werden die Zahlungen zu einer Reduktion der Vergütung im Regelleistungsvolumen führen und damit zu einer schlechteren Honorierung für die erbrachten Leistungen.

Als Kompromiss zwischen dem notwendigen Schutz der Arztpraxen vor existenzgefährdenden Umsatzeinbußen und dem Erhalt einer stabilen Honorierung sind die bisherigen Schutzschirm-Regelungen im HVM wie folgt angepasst worden:

  • Praxen mit einem Honorarrückgang von mehr als 15 Prozent sowie gleichzeitig einem Fallzahlrückgang gegenüber dem Jahr 2019 können eine Schutzschirmzahlung beantragen. Einbezogen wird hier das gesamte Honorar, das im GKV-Bereich erwirtschaftet wird. Honorare bei besonderen und sonstigen Kostenträgern bleiben unberücksichtigt.
  • In die Berechnung werden auch die Honorare nach der Testverordnung wie zum Beispiel für Bürgertestungen sowie Honorare für Corona-Impfungen in den Praxen einbezogen.
  • Erhaltene Honorare für die Tätigkeit als Impfarzt in den Impfzentren werden mit 50 Prozent berücksichtigt.
  • Die Ausgleichszahlung je Praxis erfolgt in Höhe von 85 Prozent des Gesamthonorars des jeweiligen Vergleichsquartals.

Zahlung nur auf Antrag

Die Auszahlung von Finanzmitteln aus dem Schutzschirm erfolgt nicht automatisch. Teilnehmende Praxen müssen einen Online-Antrag stellen. Das entsprechende Formular dafür ist ab Mitte Juli über das KVNO-Portal abrufbar. Der Antrag ist dann elektronisch an die KVNO zu senden. Eingereichte Papier-Anträge können nicht weiterverarbeitet werden.

Mit dem Antrag werden zur Berechnung des Anspruchs auf Ausgleichzahlungen bestimmte erforderliche Angaben abgefragt, etwa zur Einhaltung der Mindestsprechstundenzahl, zu Abwesenheitstagen im Quartal, der Erbringung von Videosprechstunden und/oder Telefonsprechstunden sowie Angaben zur Abrechnung bei Selektivverträgen. Auch Vergütungsbestandteile nach der Testverordnung, der Impfverordnung, aus der Tätigkeit in Impfzentren und erhaltene Zahlungen von Land und Bund sind anzugeben.

Für neue Praxen und für Praxen, deren Konstellation sich im Laufe der Zeit geändert hat, gibt es die Möglichkeit, im Ausnahmefall das Bezugsquartal anzupassen. Die Geltung des Schutzschirms ist an die Dauer der vom Bundestag festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite gebunden (aktuell: 30. September 2021), die Regelungen gelten aber längstens bis zum 31. Dezember 2021.

DIRK SCHULTEJANS