Letzte Änderung: 14.12.2021 13:58 Uhr

Zulauf für Selbsthilfegruppen

Als Folge der Corona-Pandemie verzeichnen Selbsthilfegruppen bundesweit einen hohen Zuwachs an neuen Mitgliedern. Auch die Zahl an Neugründungen steigt deutlich.

© KV Nordrhein

Anders als man es vermuten könnte, sind Selbsthilfegruppen trotz der Kontaktbeschränkungen nicht in ihrer Art gefährdet. Zwar haben sich im Lockdown einige Gruppen aufgelöst, darunter viele, die ohnehin Nachwuchssorgen hatten und sich nicht regelmäßig trafen. Doch ein Großteil ist weiterhin aktiv und verlagert den persönlichen Austausch ins Internet. Das Zuschalten online ist auch aus weiter entfernten Regionen problemlos möglich. So hat sich der Radius vieler Selbsthilfegruppen inzwischen vergrößert.

Auf einer Fachtagung der deutschen Selbsthilfekontaktstellen in Leipzig berichteten die professionellen Fachkräfte von einem steigenden Interesse an Selbsthilfearbeit. Offenbar ist die gemeinschaftliche Selbsthilfe in der Pandemie für viele Menschen eine geeignete Möglichkeit zur Lebensbewältigung. Vor allem junge Erwachsene seien es, die den Mut fassen, sich anderen Betroffenen anzuschließen. Thematisch war die Nachfrage in den vergangenen Monaten beispielsweise zu anonymen Alkoholikern, Angsterkrankungen oder Depressionen und Ess-Störungen bei Jugendlichen groß.

Auch in der Schweiz ist die Entwicklung ähnlich wie in Deutschland, es wird ein Gruppen-Boom vermeldet.