Abrechnung EBM KVNO aktuell Praxisinformation Letzte Änderung: 05.08.2022 09:40 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Telefonische Krankschreibung ab sofort wieder möglich – befristet bis 30. November

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat angesichts steigender Infektionszahlen die Corona-Sonderregelung für eine telefonische Krankschreibung wieder aktiviert.

Sie gilt vorerst befristet bis 30. November 2022. Durch die Sonderregelung können Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Voraussetzung: Die behandelnde Ärztin bzw. der Arzt muss sich persönlich vom Zustand der Patientin oder des Patienten durch eine eingehende telefonische Anamnese überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und die Ungewissheit, wie sich die Lage im Herbst entwickelt, ist das eine gute Nachricht“, sagt der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Dr. med. Frank Bergmann. Die telefonische Krankschreibung habe sich als Sonderregelung in der Pandemie bewährt. Sie trage dazu bei, Infektionen über das Wartezimmer zu vermeiden, und schütze somit vor allem ältere und vulnerable Menschen. „Wir haben auch keine Hinweise darauf, dass die Maßnahme von Versicherten ausgenutzt wird, um sich ein paar freie Tage zu erschleichen. Die Vertragsärztinnen und -ärzte gehengehen selbstverständlich auch bei der fernmündlichen Ausstellung einer AU ebenso verantwortlich mit dieser Möglichkeit um, wie bei einer persönlichen Konsultation, und schreiben nur dann krank, wenn sie dies medizinisch für sinnvoll erachten“, so Bergmann.

AU nur bei Vorliegen einer Erkrankung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weist darauf hin, dass angesichts von häufig milden oder auch symptomlosen Verläufen bei Infektionen mit einer Omikron‐Variante – anders als in vorherigen Coronawellen mit häufig schwereren Verlaufsformen – Patientinnen und Patienten ohne Symptome in aller Regel nicht arbeitsunfähig sind. Eine häusliche Isolation werde in diesen Fällen alleine infektionsrechtlich begründet. Diese Patientinnen und Patienten sollten sich deshalb an die zuständigen Gesundheitsämter wenden.

AU auch bei Erkrankung des Kindes

Wie die KBV weiter mitteilt, soll auch die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21) wieder telefonisch möglich sein. Die zwischen KBV und dem GKV‐Spitzenverband dazu getroffene Zusatzvereinbarung im Bundesmantelvertrag‐Ärzte wird mit dem G‐BA‐Beschluss ebenfalls in Kraft treten. Zudem wird die Regelung zur Abrechnung des Portos für den Versand der Bescheinigungen an die Patientin beziehungsweise den Patienten reaktiviert.

Die Abrechnung für das Porto soll wieder über die Gebührenordnungsposition (GOP) 88122 erfolgen.

Im Zusammenhang mit der Ausstellung einer AU nach telefonischer Anamnese wird derzeit die Wiedereinführung der Zuschläge für die telefonische Beratung nach den Gebührenordnungspositionen 01433 und 01434 im Bewertungsausschuss beraten, so die KBV. Über die Ergebnisse werden wir Sie gesondert informieren.

Der Beschluss des G-BA tritt nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung des heutigen Tages in Kraft.

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