Impfung Praxisinformation Covid19 Letzte Änderung: 18.11.2022 09:55 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

STIKO empfiehlt COVID-19-Impfung nur für Kleinkinder mit Vorerkrankung

Für immungesunde Kinder unter fünf Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) derzeit keine COVID-19-Impfung.

Geimpft werden sollten nur Mädchen und Jungen mit Vorerkrankungen im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID bestehe, teilt die Kassenärztliche Bundesvereinigung unter Berufung auf das Gremium mit.

Zu den bei Kindern relevanten Vorerkrankungen gehören nach Angaben der STIKO unter anderem schwere Herzinsuffizienz, angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression, Trisomie 21 sowie chronische Lungen- oder Nierenerkrankungen. Primäres Ziel der Impfung ist es, schwere Verläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu verhindern. Auch Frühgeborene, die das zweite Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sollten laut STIKO geimpft werden.

Drei Impfstoffdosen zur Grundimmunisierung

Die Impfung soll mit drei Dosen des mRNA-Impfstoffs für Säuglinge und Kleinkinder von Biontech/Pfizer (3μg pro Dosis) erfolgen – nach dem Schema 0-3-8 Wochen. Das Vakzin von Moderna ist in der für Kleinkinder zugelassenen Formulierung bis auf Weiteres in Deutschland nicht verfügbar.

Kinder, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion (PCR-Nachweis oder spezifische Serologie) durchgemacht haben, sollen laut STIKO etwa sechs Monate nach der Infektion zwei Impfstoffdosen im Abstand von zwölf Wochen erhalten. Bei Kindern mit Immundefizienz müsse im Einzelfall entschieden werden, ob zwei Dosen zur Grundimmunisierung ausreichten oder eine weitere nötig sei.

Anpassung der Empfehlung für Kinder mit Kontakt zu Risikopersonen

Darüber hinaus hat die STIKO ihre Impfempfehlung für alle Kinder im Alter unter zwölf Jahren mit der Indikation des Schutzes Angehöriger und weiterer Kontaktpersonen relativiert. Aktuelle Daten zeigten, dass die Impfung nur für einen kurzen Zeitraum vor der Übertragung der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 schütze und dieser Infektionsschutz nicht verlässlich sei, heißt es zur Begründung. Daher rät die STIKO dazu, nach individueller Abwägung und unter Berücksichtigung des Wunsches der Eltern zu entscheiden, ob eine Impfung mit dem Ziel eine mögliche Ansteckung zu verhindern, durchgeführt werden soll.

Überprüfung der Empfehlung für Fünf- bis Elfjährige

Die STIKO hat ihre Empfehlung für die Fünf- bis Elfjährigen überprüft und bleibt bei ihrer bestehenden Empfehlung: Kindern, die aufgrund von Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben, wird eine Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen sowie bis zu zwei Auffrischungsimpfungen empfohlen.

Die Vervollständigung der Grundimmunisierung bei gesunden Kindern dieser Altersgruppe hält die STIKO vor dem Hintergrund der hohen Seroprävalenz und dem überwiegend milden Krankheitsverlauf aktuell nicht für notwendig. Bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten könne die vollständige COVID-19-Grundimmunisierung auch bei fünf- bis elfjährigen Kindern ohne Vorerkrankungen nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

Impfung von Kindern vorzugsweise mit Comirnaty

Aufgrund der unzureichenden Datenlage zum Myokarditisrisiko nach Spikevax empfiehlt die STIKO Kinder vorzugsweise mit Comirnaty zu impfen. Die Verwendung von Spikevax bleibt alternativ möglich. Für Kinder unter sechs Jahren ist Spikevax in altersgemäß zugelassener Formulierung bis auf Weiteres in Deutschland nicht verfügbar.

Weitere Informationen zur STIKO-Impfempfehlung für Kinder, unter anderem mit Hinweisen auf zu berücksichtigende Vorerkrankungen, hat die KBV hier zusammengefasst: