Letzte Änderung: 30.09.2021 12:55 Uhr Lesezeit: 3 Minuten

Pressebriefing der KVNO vom 30. September

Zusammenfassung des digitalen Pressebriefings der KV Nordrhein am 30. September 2021

© KVNO | Heimann
Am 8. Februar 2021 nahmen die Impfzentren in NRW ihren Betrieb auf.

Generelle Zahlen zum Impfgeschehen

Insgesamt geht die Zahl der Infektionen und Hospitalisierungen zurück. Bei mehr als jeder fünften Impfung in der vergangenen Woche (22 Prozent) handelte es sich um eine Auffrischungsimpfung in den vulnerablen Gruppen. Die aktuellen bundesweiten Zahlen bestätigen die sehr gute Schutzwirkung der Impfung. Die individuellen Risiken der Geimpften reduzieren sich gegenüber den Ungeimpften meist um über 90 Prozent - Beispiele:

  • Das Risiko symptomatisch zu erkranken, lag im vergangenen Monat bei den 12- bis 17-Jährigen Ungeimpften bei fast 500 Fällen je 100.000, bei den Geimpften derselben Altersgruppe bei 33 Fällen. Das entspricht einer Reduzierung des Risikos um 93 Prozent.
  • Das Hospitalisierungsrisiko der 18-59-Jährigen lag unter Ungeimpften bei 31 Fällen je 100.000, unter Geimpften nur bei 1,3 Fällen. Das entspricht einer Reduzierung des Risikos um 96 Prozent.
  • Das Risiko intensivmedizinisch behandelt zu werden, lag unter den Über-60-Jährigen Ungeimpften bei 13,5 Fällen je 100.000, unter den Geimpften bei 0,6 Fällen. Die Risikoreduktion beträgt hier ebenfalls 96 Prozent.

Die gewohnte regionale Datendarstellung auf der von der KV Nordrhein betriebenen Homepage www.coronaimpfung.nrw wird nun zum Ende der Impfzentren ersetzt durch eine interaktive Tabelle mit den Daten des RKI-Impf-Monitorings:

https://coronaimpfung.nrw/impfzentren/impfmonitoring

Eine Aufteilung nach Impfzentren und Arztpraxen findet hier nicht mehr statt, da die Kommunen ihre Impfungen nicht an die KVen melden, sondern direkt ans Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Stattdessen kann in der interaktiven Tabelle aber nach Altersgruppen, Art der Impfung und Kalenderwochen differenziert werden. Ein weiterer Vorteil: Man kann den gesamten Datensatz im Tabellenformat herunterladen.

Einordnung der aktuellen STIKO-Empfehlungen

Nach Ansicht des KVNO-Vorstandsvorsitzenden Dr. med. Frank Bergmann bildet die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gut ab, was die KV Nordrhein schon vor mehreren Wochen betont hatte: Gerade bei Auffrischungsimpfungen sollte mit Bedacht vorgegangen werden und die niedergelassenen Ärzt*innen dürften sich keinem Zeitdruck aussetzen lassen. Sie sollten immer nach individueller Abwägung und eigenem Ermessen entscheiden, welche Patient*innen zu welchem Zeitpunkt eine Drittimpfung bekommen, sagte Bergmann.

In einem ersten Schritt hat die STIKO vor kurzem Booster-Impfungen vor allem für Menschen mit einer Immundefizienz – also einer Immunschwäche – nach etwa einem halben Jahr empfohlen. Eine allgemeine Empfehlung für Auffrischungsimpfungen gibt es noch nicht. Es wird aber davon ausgegangen, dass dies in den kommenden Wochen erfolgen wird.

Die STIKO hat außerdem eine Empfehlung zur Kombination von Grippeschutz- und Coronaschutz-Impfstoffen ausgesprochen. Bisher galt an der Stelle als Vorsichtsmaßnahme die Empfehlung, zwischen COVID-19-Impfung und Influenza-Impfung einen Mindestabstand von zwei Wochen einzuhalten. Dieser Abstand ist nun aus Sicht der STIKO nicht mehr nötig, d.h. bei einem Termin können danach beide Impfungen erfolgen. Auch an dieser Stelle rät KVNO-Chef Bergmann zur Bedachtsamkeit. Er empfehle, vor einer zeitgleichen Impfung individuell auf die Patientin/den Patienten zu schauen und abzuwägen. Möglicherweise ließen sich Termine auch problemlos auseinanderziehen, um bestimmte Patient*innen keinem unnötigen Risiko auszusetzen. Das Positive an der STIKO-Empfehlung sei, dass die prinzipielle Möglichkeit für einen flexiblen Umgang an dieser Stelle nun gegeben sei – das verschaffe den Praxen definitiv mehr Handlungsspielraum, sagte Bergmann.

Generelle Zahlen zu den Impfzentren

Der KVNO-Chef bedankte sich am letzten „Arbeitstag“ der nordrheinischen Impfzentren noch einmal ausdrücklich für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Städten und Kreisen. Man habe in den vergangenen acht Monaten sehr viel geleistet und viele Menschen durch die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen schützen können.

Insgesamt hat es in den Impfzentren im Rheinland über sechs Millionen Impfungen gegeben, über 750.000 Menschen sind über mobile Teams z.B. in Pflegeeinrichtungen geimpft worden. 7.700 Ärzt*innen sind über die KV Nordrhein in den Impfzentren und mobilen Teams eingesetzt worden. Darüber hinaus haben 2.500 Adminkräfte in und für die 28 nordrheinischen Impfzentren gearbeitet. Es galt im Hintergrund über 57.000 Arbeitsschichten und fast 340.000 Arbeitsstunden für die impfenden Ärzt*innen zu planen.

Bergmann betonte, dass neben diesen beeindruckenden Zahlen auch die in Zusammenarbeit mit dem NRW-Gesundheitsministerium (MAGS) und den Kommunen gemeinsam gemachten Erfahrungen von unschätzbarem Wert seien – dadurch hätten sich wertvolle Netzwerke auch für mögliche künftige Herausforderungen gebildet und gefestigt.