KVNO aktuell Letzte Änderung: 18.02.2025 15:41 Uhr Lesezeit: 1 Minuten

Praxisnetze: Gemeinsam stark in der Versorgung

Interview über das regionale Gesundheitsnetz Leverkusen und ihr Projekt "MoniKa"

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© Guido Schiefer | KV Nordrhein
Gesundheitsnetz-Vorstand Ralph D. Grünhofer (rechts) kümmert sich um die Verwaltung des Netzverbunds, Jonas Schöben um das Netzwerkmanagement.

Herr Grünhofer, wie ist die Idee zu MoniKa entstanden?
Ralph D. Grünhofer: Sie setzt auf den Erfahrungen auf, die wir mit den Vorgängerprojekten Mambo und Aurora gemacht haben. Bei diesen Projekten wollten wir einerseits die ambulante Versorgungsqualität multimorbider Patientinnen und ­Patienten verbessern, zum anderen eine ambulante gesundheitliche Versorgungsplanung für Menschen in der letzten Lebensphase schaffen. MoniKa führt sozusagen das Beste aus beiden Projekten zusammen.

Welche Fachgruppen sind derzeit Mitglied in Ihrem ­Gesundheitsnetz und was bieten Sie Ihren Mitgliedern über MoniKa hinaus an?
Grünhofer: Ärztliche Mitglieder in unserem Netz sind derzeit Hausärzte, Pneumologinnen, Hautärzte, Nephrologinnen und Psychotherapeuten. Durch ihre Mitgliedschaft profitieren sie zum Beispiel von unseren Angeboten in der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung. Wir stellen für ihre Patientinnen und Patienten ein Palliativ-Care-Team von derzeit zehn qualifizierten Palliativmedizinerinnen und -medizinern sowie fünf lokalen Pflegediensten bereit. Mit einem 24-Stunden-Hintergrunddienst erreichen wir, dass eine vom Patienten unerwünschte Krankenhauseinweisung am Lebensende in vielen Fällen vermieden werden kann. Die Koordination der Versorgung übernimmt unser Ambulantes Palliativzentrum. Unser Gesundheitsnetz hat 2021 außerdem das „PalliLev“ – ein integriertes Hospiz- und Palliativzentrum – im Stadtteil Steinbüchel eröffnet. Bis zu dieser Zeit gab es in der näheren Umgebung kein Hospiz - ein unverzichtbarer Beitrag zur Sicherstellung der palliativen Versorgung Leverkusener Bürger.

Sie wünschen sich noch mehr engagierte Praxen in Ihrem Gesundheitsnetz. Welche weiteren Vorteile haben Niedergelassene davon, wenn Sie sich anschließen?
Grünhofer: Angebote wie die MoniKa und die SAPV sprechen für sich. Sie bieten einen absoluten Mehrwert für die Versorgung von multimorbiden und schwerstkranken Patientinnen und Patienten: Betreuung und Beratung, die Ärztinnen und Ärzte in diesem Umfang nicht leisten könnten. Darüber hinaus bieten wir einen Qualitätszirkel, einen Austausch zur Palliativmedizin sowie eine spezifische Fortbildung für MFA an. Wir wollen uns aber auch weiterentwickeln. Ganz oben auf der Agenda steht, unsere Genossen in Fragen der Digitalisierung mehr zu unterstützen. Wir haben viele weitere kreative Ideen, auch mit Blick auf die Vermarktungsfähigkeit von Angeboten, um insgesamt die Gesundheitsversorgung in der Region Leverkusen noch effizienter zu machen.

Die neue Praxisnetz-Förderung der KVNO

Praxisnetze können sich bei der KV Nordrhein in drei Entwicklungsstufen - Basisstufe, Stufe 1 und Stufe 2 - anerkennen lassen. Während die Anforderungen der Versorgungsziele sich von Stufe zu Stufe schrittweise erhöhen, bleiben die Strukturanforderungen für alle Stufen gleich. Je höher ein Praxisnetz eingestuft ist, desto höher ist der Qualifizierungsgrad. Ein Aufstieg zur nächsten Stufe ist optional.

Zum 1. Januar 2025 hat die KVNO ihr Förderangebot für Praxisnetze ausgebaut und die Fördermittel zum Teil deutlich erhöht. Mit gezielten Maßnahmen unterstützt sie neue Praxisnetze beim Aufbau von Managementstrukturen, fördert die Beständigkeit der Netzwerkarbeit und belohnt Innovationen.

Die Projektförderung ist eine der neuen Maßnahmen zur Unterstützung von anerkannten Praxisnetzen in Nordrhein. Eine weitere ist die Strukturförderung. Um sich als Netz weiterzuentwickeln und innovative Versorgungsmodelle umzusetzen, bedarf es Investitionen. Von der KVNO anerkannte Praxisnetze erhalten deshalb künftig pro Quartal zwischen 100 und 250 Euro pro vertragsärztlichem Mitglied (BSNR) – je nachdem, wie groß das Praxisnetz und in welcher Stufe es anerkannt ist.

Steckbrief Regionales Gesundheitsnetz Leverkusen eG (RGL)

Anschrift:
Bruchhauser Straße 162, 51377 Leverkusen

Rechtsform:
eingetragene Genossenschaft (eG)

Anerkennungsstufe (Basis-Stufe, Stufe I, Stufe II):
Basis-Stufe

Anzahl Mitglieder / Ärztinnen und Ärzte:
70, davon 49 Ärztinnen und ­Ärzte (derzeit Allgemeinmedizin, ­Pneumologie, Dermatologie, Nephrologie) und
Psychotherapeutinnen und -therapeuten

Webseite:
www.gesundheitsnetz-leverkusen.de