Letzte Änderung: 28.09.2021 11:30 Uhr

Patientenkommunikation digital

Corona-Warn-App, digitaler Impfpass … In der Pandemie wurde es deutlich: Digitale Kommunikation im Gesundheitswesen ist nicht länger ein „nice to have“, sondern ein „must have“.

© KV Nordrhein
Vor Ort im Studio: Prof. Dr. Tillmann Supprian, Dr. Frank Bergmann, Dr. Carsten König, Stephanie Theiß

Was das für eine älter werdende Gesellschaft bedeutet, wurde am 22. September 2021 bei der Veranstaltung „Der ältere Mensch – Patientenkommunikation im digitalen Zeitalter“ beleuchtet.

Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, wies auf die digitale Kluft hin: Sie bestehe nicht nur zwischen Alt und Jung, sondern auch zwischen Alt und Alt, denn ältere Menschen seien aufgrund ihrer höchst unterschiedlichen Lebenslagen keine homogene Gruppe.

Wie alle mitnehmen?

Im Gespräch mit Prof. Dr. med. Tillmann Supprian, ärztlicher Direktor des LVR-Klinikums Düsseldorf, erörterte KV-Vorstand Dr. med. Frank Bergmann ethische Aspekte der Digitalisierung. Wie viel Technologie und Digitalisierung ist zumutbar, ohne Ältere zu diskriminieren? Schon Online-Videokonferenzen grenzten einige Menschen aus. Andere Stolpersteine seien der „digitale Speech“ und seine vielen Abkürzungen.

Klar ist: Gelingende Inklusion setzt barrierearme Angebote in einfacher Sprache voraus. Die digitale Reise wird nur gemeinsam funktionieren – Patient und Arzt bilden dabei eine Schicksalsgemeinschaft, ihre Vertrauensgrundlage wird der entscheidende Faktor bleiben. Eine Herausforderung wird es künftig sein, sicherzustellen, dass für die Patienten, die keine Smartphones und Apps nutzen („Nonliner“), qualitativ gleichwertige Versorgungslösungen weiter vorgehalten werden.

Zugänge ermöglichen

Beim Blick in die Gegenwart und Zukunft wurden viele offene Fragen behandelt: Wird der Erfolg der Videosprechstunden über die Pandemie hinaus anhalten? Welche Gesetzesvorhaben verbergen sich hinter den Abkürzungen ePA, KIM und TIM? Welche gesundheitlichen Apps für Senioren sind wirklich alltagspraktisch und nützlich?

Moderatorin Stephanie Theiß, Leiterin der KOSA, hielt fest: E-Health kann eine Ergänzung im Gesundheitssystem sein. Für ältere Menschen benötigen wir jedoch unabdingbar einen niedrigschwelligen Zugang in die digitale Welt – damit sie dabei sein können auf der digitalen Reise.

Weitere Referenten waren: Dr. med. Sibylle Schreckling, Alzheimer Gesellschaft Rhein-Erft-Kreis; Dr. med. Rüdiger Thiesemann, Geriater aus Hamburg; Dr. med. Ingrid Blum, Anästhesistin und Psychotherapeutin aus Simmerath; Bernhard Acke, Stabsstelle eHealth der KV Nordrhein; Rainer Beckers, Geschäftsführer ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH in Bochum.