Vertrag Letzte Änderung: 28.09.2021 12:30 Uhr Lesezeit: 3 Minuten

Neuer Vertrag „Kardioversion“ startet zum 1. Oktober 2021

Vertragsärzte können ab 1. Oktober 2021 Patienten mit tachykarden Herzrhythmusstörungen ambulant mit elektrischer Kardioversion versorgen. Die KV Nordrhein hat dazu mit dem BKK-Landesverband Nordwest einen Vertrag verhandelt, dem zum Stichtag auch die BIG direkt gesund beitritt.

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Bislang wurde die elektrische Kardioversion überwiegend im stationären Sektor erbracht. Bei Patienten der teilnehmenden Krankenkassen kann diese Leistung ab Oktober auch in der Vertragsarztpraxis durchgeführt werden. Ziel ist die Etablierung einer hochwertigen und qualitätsgesicherten Patientenversorgung. Diese erfolgt auf Basis der jeweils gültigen, evidenzbasierten Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zum Management von Vorhofflimmern. Durch eine kooperative Zusammenarbeit der behandelnden Kardiologen von der Diagnosestellung über die Rhythmuskontrolle bis hin zur langfristigen Weiterbehandlung sollen die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessert sowie die Patientenzufriedenheit erhöht werden.

Teilnehmende Patienten und Teilnahmeverfahren

Die Kardioversion kann bei Patienten erbracht werden, bei denen eine tachykarde Herzrhythmusstörung gesichert festgestellt wurde und bei denen eine Indikation zur rhythmuserhaltenden Therapie besteht. Bei bestimmten Kontraindikationen ist keine Teilnahme möglich. Um die Behandlung durchführen zu können, müssen die Patienten die Teilnahmeerklärung ausfüllen, die der einschreibende Arzt dann im Original an die KV Nordrhein übermittelt.

Teilnehmende Ärzte und deren Leistungen

Am Vertrag können in zwei Versorgungebenen teilnehmen: Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie beziehungsweise Fachärzte für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie. Diese müssen analog zu den Patienten ebenfalls eine Teilnahmeerklärung unterschreiben und an die KV Nordrhein schicken. In der ersten Versorgungsebene werden die Patienten durch Überprüfung der speziellen Teilnahmevoraussetzungen und Kontraindikationen identifiziert. Der Kardiologe berät den Patienten über den Inhalt und den Ablauf der besonderen Versorgung, schreibt den Patienten in den Vertrag ein und stimmt das weitere Vorgehen mit dem spezialisierten Kardiologen ab. In der zweiten Versorgungsebene erfolgt die eigentliche Durchführung der Kardioversion. Neben der Diagnose- und Indikationsstellung zur Kardioversion wird diese durch den spezialisierten Kardiologen vorbereitet.

Die Weiterbehandlung wird zwischen den Kardiologen der beiden Versorgungsebenen eng abgestimmt. Die Leistungen der zweiten Versorgungsebene können nur erbracht werden, wenn eine Genehmigung zur Durchführung und Abrechnung echokardiografischer Untersuchungen vorliegt und bestimmte räumliche, apparative sowie personelle Qualitätsstandards erfüllt sind, wie ein Überwachungsraum mit EKG-Monitor.

Vergütung

Die Vergütung der Leistungen erfolgt für die teilnehmenden Ärzte extrabudgetär und zusätzlich zum Regelleistungsvolumen. Die Leistungen der ersten Versorgungsebene werden mit 20 Euro mittels der Symbolnummer (SNR) 91400 vergütet. Die Leistungen des spezialisierten Kardiologen der zweiten Versorgungsebene werden als Pauschale mit 370 Euro (SNR 91401) vergütet. Diese Pauschale beinhaltet sämtliche für die Durchführung der Leistungen erforderlichen Sachkosten.

Ausführliche Informationen

Alle Vertragsunterlagen inklusive Teilnahmeerklärungen für Arzt und Patient, ein Merkblatt mit allen detaillierten Informationen zum Vertrag sowie ab Anfang Oktober eine Liste der teilnehmenden BKKen finden Sie auf kvno.de im Bereich Verträge.

Melina Kurte