KVNO aktuell Letzte Änderung: 06.12.2021 00:00 Uhr Lesezeit: 3 Minuten

KVNO aktuell 11+12 | 2021 - Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„die Corona-Pandemie haben wir mittlerweile so gut im Griff, dass wir zumindest halbwegs entspannt auf das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel zusteuern können.“ Mit diesen Worten hätten wir das Vorwort für diese KVNO aktuell-Ausgabe gern begonnen - allerdings sieht die Realität leider völlig anders aus:

© Malinka|KVNO

In den Praxen ist die Situation mehr als angespannt. Wie immer zu dieser Jahreszeit sind sie aufgrund von Erkältungswelle, grippalen Infekten und Grippeschutzimpfungen bereits sehr ausgelastet. Die Booster-Impfungen fordern uns nun die letzten Reserven ab. Politisch wird im Kontext der neuen Rekord-Inzidenzen der Impf-Advent eingeläutet. Und als wenn das alles nicht schon genug wäre, unterläuft dem noch geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die „Biontech-Panne“. Jetzt müssen wir erneut in die Bresche springen: Wir müssen umdenken, umorganisieren und bei den Patientinnen und Patienten zusätzliche Überzeugungsarbeit leisten.

Man könnte die Negativ-Liste noch endlos fortführen, das möchten wir Ihnen aber sehr gern ersparen und lieber etwas Positives konstatieren: Mit Ihnen zusammen als Niedergelassene in Nordrhein ist uns in den vergangenen fast schon zwei Corona-Jahren so gut wie immer Antworten auf die Herausforderungen eingefallen, auch wenn sich diese oft als mühsam und kraftraubend herausgestellt haben.

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns noch immer in einer Ausnahmesituation befinden. Wir brauchen zum Jahresende 2021 sowie zum Jahresbeginn 2022 noch einmal eine große Kraftanstrengung, um die Pandemie über hoffentlich noch einige Erst- und Zweit- sowie die Auffrischimpfungen weiter eindämmen zu können. Wir werden Ihnen, so gut wir es vermögen, den Rücken freihalten. Denn was Sie am Ende brauchen, ist eine möglichst einfache und wenig kleinteilige Impf-Organisationsstruktur in Ihren Praxen. Hier werden wir nicht müde, auf politischer Ebene einzufordern, was Sie konkret benötigen – das versprechen wir Ihnen!

Auch in den kommenden Monaten warten also Herausforderungen auf uns, auf einige davon werden wir in dieser Ausgabe eingehen. Die Behandlung von Long-COVID-Patientinnen und -Patienten ist schon bei vielen von Ihnen ein Thema. Wir haben dieses Krankheitsbild, das sicherlich noch um viele Kapitel ergänzt werden muss, für Sie näher beleuchtet. Auch die Themen der Digitalisierung – also eRezept, eAU und ePA – werden trotz verlängerter Übergangsfristen 2022 im Fokus bleiben. Hier haben wir für Sie einmal aufgelistet und kompakt zusammengefasst, wie Sie die Testphase bestmöglich nutzen können und welche Erstattungs-Pauschalen Sie für Ihren Anschluss an die Telematikinfrastruktur beantragen können. Last, but not least haben wir ein Resümee der Gesundheitspolitik mit Blick auf die ablaufende Amtszeit von Jens Spahn gezogen und auch aufgezeigt, was wir uns vom Bundesgesundheitsministerium und den künftig dort verantwortlich handelnden Personen erwarten.

Trotz alledem und gerade deshalb möchten wir Ihnen und Ihren Familien umso mehr ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Jahresübergang wünschen – bleiben Sie bitte auch in 2022 gesund!