IT Praxisinformation Letzte Änderung: 05.05.2022 15:20 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

KBV-Praxisbefragung: 45 Prozent nutzen bereits die eAU – Probleme mit der TI sorgen weiterhin für Verdruss

Fast 6.000 Niedergelassene haben an der KBV-Befragung zur eAU und zum eRezept teilgenommen und ihre Erfahrungen geschildert. Zentrales Ergebnis: Bereits 45 Prozent der Befragten wenden zur Erstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen das neue elektronische Verfahren an.

© mpix-foto | Adobe Stock

Aber nur bei 30 Prozent der eAU-Anwender laufen das Ausstellen und der Versand der eAU bis auf kleinere Probleme gut. Und nur 13 Prozent können ausschließlich digital an die Krankenkassen versenden. 20 Prozent nutzen aktuell mit dem Ausdruck von Stylesheets aus dem Praxisverwaltungssystem (PVS) das Ersatzverfahren, können aber noch nicht elektronisch versenden. Weitere 13 Prozent nutzen den digitalen Versand in Kombination mit anderen Verfahren (zum Beispiel Muster 1). 

Größtes Hindernis: Probleme mit der Telematikinfrastruktur

Mehr als die Hälfte der Praxen geben an, dass sie noch ausschließlich die alten Verfahren (Muster 1 oder Blankoformularbedruckung) für die Bescheinigung von Arbeitsunfähigkeit nutzen. Als Grund nennen mehr als 60 Prozent Probleme mit der Telematikinfrastruktur. 20 Prozent der Befragten haben die eAU bereits ausprobiert, haben aber aufgrund von negativen Erfahrungen wieder auf die alten Verfahren umgestellt. Fast ein Fünftel der Befragten konnte das entsprechende PVS-Update noch nicht installieren. 18 Prozent der Praxen fehlt noch der KIM-Dienst, bei zwölf Prozent der geeignete Drucker für den Ausdruck der Stylesheets. 

Unter den Praxen, die bereits Erfahrungen mit der eAU haben, berichten über 60 Prozent, dass der digitale Versand teilweise nicht möglich ist. 45 Prozent dieser Praxen bemängeln die fehlende Erreichbarkeit von IT-Dienstleistern und -Anbietern. 

Sieben Prozent der Befragten haben bereits Erfahrungen mit dem eRezept 

Über Erfahrungen mit dem eRezept konnten erst sieben Prozent der Befragten berichten. Allerdings arbeitet nur etwa ein Prozent aktuell mit dem eRezept. Unter denjenigen, die bisher keine Erfahrungen mit dem eRezept gemacht haben, verweisen fast 60 Prozent auf Probleme mit der Telematikinfrastruktur. Fast 40 Prozent von ihnen sehen Akzeptanzprobleme bei den Patientinnen und Patienten. Etwa ein Drittel konnte das PVS-Update noch nicht installieren. 30 Prozent sehen Probleme bei der Empfangsbereitschaft der Apotheken in der Umgebung. 

Von denjenigen, die bereits Erfahrungen mit dem eRezept haben, geben nur neun Prozent an, dass die Ausstellung von eRezepten bis auf kleinere Probleme funktioniert habe. Fast 70 Prozent berichten von Problemen mit der Erreichbarkeit von IT-Dienstleistern und über 60 Prozent erlebten Akzeptanzprobleme bei den Patientinnen und Patienten. Für fast 60 Prozent war der digitale Versand zeitweise nicht möglich. Über die Hälfte der Befragten gibt an, dass es Probleme bei der Einlösung von eRezepten in der Apotheke gegeben habe.

Viele Praxen sind digitalaffin, stoßen aber auf große technische Probleme

Viele Befragte haben neben der quantitativen Erhebung auch über Freitextantworten über ihre persönlichen Erfahrungen mit eAU und eRezept informiert. Aus den Schilderungen wird deutlich, dass viele Praxen digitalen Lösungen gegenüber aufgeschlossen sind und bereits alle erforderlichen Komponenten beschafft haben. Bei der praktischen Umsetzung stoßen diese Praxen dann aber häufig auf vielschichtige technische Probleme, die das Arbeiten mit der neuen Technik oft nahezu unmöglich machen.

KBV