Impfung Letzte Änderung: 04.01.2021 15:31 Uhr Lesezeit: 1 Minuten

Impf-"Marathon" erfolgreich gestartet: KV Nordrhein meldet schon rund 40.000 Impfungen in Senioren- und Pflegeheimen im Rheinland

Die mobilen Impfteams, die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein für den Impfstart im Rheinland am 27. Dezember aufgestellt worden sind, haben schon in der ersten Woche über die Feiertage ganze Arbeit geleistet: Bis zum gestrigen Sonntag (3. Januar) hatten schon über 37.000 Personen in nordrheinischen Senioren- und Pflegeeinrichtungen die erste von zwei Corona-Schutzimpfungen erhalten.

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Eine Ärztin hält einen Coronaimpfstoff und eine Spritze in der Hand.

Geimpft wurden Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heime etwa im Verhältnis zwei Drittel zu ein Drittel. Bis Mittwoch, 6. Januar, wird die KVNO über 48.000 Impfungen in fast 350 Einrichtungen organisiert haben. Das RKI meldete für heute (3. Januar) im digitalen Impfquoten-Monitoring rund 54.000 Impfungen für ganz NRW, wobei in dieser Angabe noch nicht alle regionalen Meldungen berücksichtigt sind.

"Wir sind sehr froh, dass der Auftakt geglückt ist und wir damit ein positives Zeichen setzen können für die Mammutaufgabe, die uns noch länger beschäftigen wird – jetzt zunächst wie in NRW politisch gewollt in den Pflegeeinrichtungen, im nächsten Schritt auch in den Impfzentren", sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. "Der erfolgreiche Start war nur möglich, weil genügend Vertragsärztinnen und -ärzte, vorrangig kooperierende Heimärzte, bereit waren, sich über die Weihnachtsfeiertage mit den Vorbereitungen der Impfungen zu beschäftigen und an einem Sonntag bzw. an den Tagen nach Weihnachten freiwillig in den Einrichtungen zu impfen. Für dieses Engagement der Kolleginnen und Kollegen bin ich dankbar. Es zeigt zugleich, dass man sich auf die Niedergelassenen in Nordrhein verlassen kann", so Bergmann weiter.

Der KV-Vorstand dankt auch den Einrichtungen, "denen wir mit der kurzfristigen, von der Politik gesetzten Terminierung viel zugemutet haben." Schon am ersten Impftag, dem 27. Dezember, waren rund 4.500 Personen in nordrheinischen Senioren- und Pflegeheimen geimpft worden. Der Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer war von einem Logistik-Unternehmen direkt in die Heime geliefert worden. Erst am Vortag waren 9.750 Impfdosen für ganz NRW eingetroffen, die zunächst gleichmäßig auf die 53 Kreise und kreisfreien Städte verteilt worden waren. Weitere Lieferungen von zusammen rund 270.000 Impfstoffdosen kamen am 28. und 30. Dezember in NRW an und werden seitdem ebenfalls in Senioren- und Pflegeheimen verimpft.

Die Durchführung eines Impftermins in einem Senioren- und Pflegeheim erfordert erheblichen Aufwand. Die KVNO erfragt bei den Einrichtungen, die sich "impfbereit" melden, die konkrete Zahl der Impfwilligen und meldet diese an das NRW-Gesundheitsministerium, das die Lieferung des Impfstoffs direkt zu den Einrichtungen koordiniert. Für den vereinbarten Impftermin stellt die KV mobile Teams aus Impfärztinnen/Impfärzten und Helferinnen zusammen, die die Einrichtungen aufsuchen. Dort beantworten die Teams in Aufklärungs- und Anamnese-Gesprächen mit den Impfwilligen wichtige Fragen, bereiten den Impfstoff auf, ziehen ihn auf Spritzen und führen die Impfungen durch. Im Anschluss stehen noch verschiedene Dokumentationen des Impfvorgangs an. Außerdem verweilt das Impfteam noch eine bestimmte Zeit in der Einrichtung, um im Falle von Unverträglichkeiten ärztliche Hilfe leisten zu können.

Noch keine Terminvergabe für Impfzentren

Hinweis: Die Terminvergabe für die Impfzentren, die unter der Hotline 11 6 11 7 erfolgen wird, ist noch nicht gestartet. Die Über-80-Jährigen werden über ihre Impfberechtigung vor der Terminvergabe angeschrieben. Nach der Terminvereinbarung über die 11 6 11 7 erhalten die Impfberechtigten Post mit Terminbestätigung und weiteren Unterlagen, die zum Impftermin mitzubringen sind.

Wer in welcher Reihenfolge geimpft wird, entscheidet der Bund, der am 18. Dezember eine entsprechende Rechtsverordnung erlassen hat, die sich im Wesentlichen nach den Empfehlungen der Ständigen Impf-kommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts richtet. Grundsätzlich berücksichtigt die STIKO dabei, wer ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat beziehungsweise einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt ist.

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Sven Ludwig

Christopher Schneider