Letzte Änderung: 14.12.2021 14:25 Uhr

Frauenselbsthilfe Krebs

Die Heilungschancen bei Krebs sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, gerade bei häufigen Tumorarten wie Brust-, Haut-, Darm - oder Prostatakrebs.

© FSH Bundesverband e. V.

Dennoch ist die Diagnose Krebs für die meisten Menschen ein Schock. Allein in Deutschland wird eine Krebserkrankung jährlich rund 500.000-mal diagnostiziert. Von heute auf morgen ist für die Betroffenen – und ihre Angehörigen – alles anders. Oft gerät das Leben aus den Fugen, existenzielle Fragen kommen auf, die emotionale und psychische Belastung ist enorm. Unterstützung finden viele Betroffene bei der „Frauenselbsthilfe Krebs (FSH)". Seit 45 Jahren unterstützt der Verband Erkrankte mit zahlreichen Hilfsangeboten. So lange gilt auch schon das Motto: Auffangen, informieren, begleiten.

„Das ist auch tatsächlich das, was wir tun“, bestätigt Hedy Kerek-Bodden. Sie leitet die FSH-Gruppe in Krefeld und ist zugleich seit 2020 auch Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe Krebs. Bis zu 60 Frauen treffen sich regelmäßig in der Krefelder SHG, die seit acht Jahren besteht. Es wird monatlich sowohl ein Treffen zum Gespräch und Informationsaustausch am Nachmittag als auch am Abend angeboten. Außerdem gibt es zweimal wöchentlich die Möglichkeit zum gemeinsamen Walken. Ein Stammtisch zum gemütlichen Austausch rundet das Angebot ab.

Die Gruppentreffen werden vom Gruppenleitungsteam vorbereitet und häufig auch gemeinsam mit allen Teilnehmerinnen gestaltet. Es werden Referenten zu verschiedenen Themen wie sozialrechtlichen oder psychoonkologischen Fragen eingeladen. Kreatives Gestalten steht auf dem Programm und ebenso Workshops zu verschiedenen Aspekten wie z. B. kürzlich der Stärkung der eigenen Resilienz.

„Der Leitgedanke in unserer Selbsthilfearbeit ist es, Betroffene nach der Diagnose aufzufangen, sie über Hilfen zur Krankheitsbewältigung zu informieren und in ein Leben mit und nach Krebs zu begleiten“, erläutert Kerek-Bodden. Dabei sind den engagierten Frauen seit jeher ein patientengerechter Umgang und eine gemeinsame Entscheidungsfindung im Patient-Arzt-Verhältnis wichtig. „Wir klären auf und informieren Betroffene, wie sie ihren Genesungsprozess mitgestalten können. Ziel ist es, die vorhandenen eigenen Ressourcen zu entdecken und zu nutzen.“

Die Frauenselbsthilfe Krebs ist die älteste und größte Krebs-Selbsthilfeorganisation in Deutschland. Neben dem Bundesverband, der seinen Sitz in Bonn hat, gibt es elf Landesverbände. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen hat seine Geschäftsstelle in Düsseldorf. Von dort aus werden die 33 regionalen Gruppen betreut.

Die Unterstützungsangebote sind vielfältig und professionell. Sie reichen von einem moderierten Online-Forum und psychosozialer Begleitung per Telefon über Netzwerkangebote für junge Erkrankte bis zu Online-Selbsthilfetreffen für Frauen mit einer metastasierten Erkrankung. Mit einer speziellen Fortbildung werden sogenannte Selbsthilfe-Coaches auf Themen der Krebs-Selbsthilfe und eine mögliche ehrenamtliche Tätigkeit in der FSH vorbereitet. Auch von dem niedrigschwelligen Angebot an Vorträgen von hochkarätigen Referenten und Experten profitieren die an den Gruppentreffen teilnehmenden Frauen mit Krebsdiagnose.