Impfung Praxisinformationen Letzte Änderung: 09.05.2022 13:05 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Erneut Anträge zu Impfstoffverordnungen

In dieser Woche werden weitere Prüfanträge wegen der Verordnung von Impfstoffen auf dem falschen Bezugsweg durch die Prüfungsstelle versandt.

© James Thew / AdobeStock

Die Krankenkassen monieren mit ihren Prüfanträgen erneut, dass die Impfstoffe für Standard- oder Indikationsimpfungen gemäß Schutzimpfungs-Richtlinie auf den Namen der Versicherten und nicht als Sprechstundenbedarf verordnet wurden. Ungeachtet dessen sind wir weiterhin der Auffassung, dass den Krankenkassen durch den falschen Bezugsweg als Einzelrezept auf den Namen des Patienten statt als Sprechstundenbedarf im Ergebnis kein Schaden entstanden ist. 

Sofern Sie einen solchen Prüfantrag erhalten, haben Sie grundsätzlich drei Möglichkeiten: 

  1. Sie akzeptieren den beantragten Regress und senden der Prüfungsstelle die dem Antrag beiliegende Vereinbarung zurück. Das Verfahren ist dann beendet.
  2. Sie unternehmen gar nichts. Die Prüfungsstelle ist auf jeden Fall verpflichtet, den Sachverhalt von Amts wegen zu ermitteln und zu entscheiden.
  3. Sie reichen der Prüfungsstelle innerhalb der gesetzten Frist eine Stellungnahme ein. Dies ist formfrei und muss nur erkennen lassen, dass Sie sich gegen den Antrag zur Wehr setzen. Bitte beantragen Sie – falls notwendig – Fristverlängerung.

Selbst wenn Sie den Impfstoff auf dem falschen Bezugsweg verordnet haben, könnte es aussichtsreich sein, eine Stellungnahme abzugeben, jedenfalls nicht die Vereinbarung zu unterzeichnen. Bitte prüfen Sie, ob

  • die Antragssumme und die auf den beigefügten Rezeptkopien ausgewiesenen Beträge übereinstimmen,
  • etwaige Zuzahlungen von Patienten berücksichtigt wurden und
  • im Rahmen der Schadensberechnung die Differenzwertberechnung korrekt angewandt wurde. Wenn der komplette (Netto-)Betrag des Impfstoffes als Schaden angelastet wird, wurde eine Differenzwertberechnung, die nur die unterschiedlichen Kosten zwischen falschem Bezugsweg und Sprechstundenbedarf berücksichtigt, nicht durchgeführt. 

Den Rechtsweg können leider nur die betroffenen Praxen selbst beschreiten, um ihre Rechte zu wahren. Die Verfahren vor der Prüfungsstelle und dem Beschwerdeausschuss sind grundsätzlich kostenfrei.