Arzneimittel Verordnung KVNO aktuell Letzte Änderung: 08.06.2021 16:46 Uhr Lesezeit: 1 Minuten

Dosierung auf dem Rezept

Seit Oktober 2020 muss auf Rezepten eine Dosierung angegeben werden. Dies schreibt die Arzneimittel-Verschreibungsverordnung (AMVV) für verschreibungspflichtige Arzneimittel vor.

Die Dosierung, z.B. »0-0-1« wird hinter der verordneten Arznei am Ende der Zeile oder in der nächsten Zeile angegeben. Wenn ein Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanleitung vorliegen, ist keine Dosierungsangabe nötig, jedoch muss dies durch das Kürzel »Dj« hinter der jeweiligen Verordnung oder in der nächsten Zeile gekennzeichnet werden. Die Sonderzeichen » « werden von der Software automatisch zugesetzt. Fehlende oder ungenaue Dosierungsangaben führen seitens der Apotheken zu Rückfragen in den Arztpraxen.

Beispiele für ungenaue Dosierungsangaben

Applikationsform Beispiel für ungenaue Dosierungsangabe Hinweis
Dosieraerosole

bei Bedarf

2 Hub

Wie oft? Wieviel Hub pro Anwendung?

Wie oft am Tag?

Tabletten

Bei Bedarf

Einmal täglich

Einmal wöchentlich

Bis zu 4xtäglich

Wie oft? Wieviel Tabletten pro Anwendung?

Wieviel Tabletten pro Anwendung?

Wieviel Tabletten pro Anwendung?

Ungenaue Angabe
Ampullen, Injektionen Alle drei Monate Welche Dosis pro Anwendung?
Injektionen Angabe „zur Verwendung durch den Arzt“ fehlt Beanstandungsgrund seitens einzelner Krankenkassen
Nasenspray Zweimal täglich Wieviel Hub je Anwendung?

 

Hausapotheke/ Produktlisten überprüfen

Bei der Übernahme von Arzneimittelverordnungen aus gespeicherten Produktlisten (sogenannte Hausapotheken) in der Verordnungssoftware kann es zu Fehlern kommen, beispielsweise dass Packungen verordnet werden, die nicht mehr im Handel sind oder dass Verordnungen unklar sind, weil Angaben fehlen, veraltet oder nicht korrekt sind. Erfolgt die Speicherung als Fertigarzneimittel dagegen aus der Arzneimittel-Stammdatenliste, ist die eindeutige Pharmazentralnummer (PZN) hinterlegt, sodass beim Verordnungsprozess softwareseitig geprüft werden kann, ob die Packung noch erhältlich ist. Alle Informationen wie der korrekte und vollständige Handelsname werden dann aktuell anhand der PZN aus der Arzneimittel-Stammdatenliste gezogen und auf das Rezept übertragen.

  • Für Produkte, die eindeutig durch eine PZN gekennzeichnet sind (z. B. Fertigarzneimittel), sollte auf eine Speicherung per Freitexteingabe („Hausapotheke“) unbedingt verzichtet werden
  • Für Produkte, die nicht eineindeutig durch eine PZN gekennzeichnet sind (z. B. Rezepturen), eignet sich die Freitextangabe in der Hausapotheke.