Impfung Letzte Änderung: 27.12.2020 17:27 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

Der "Marathon" beginnt: KVNO-Vorstand begleitet erste Corona-Impfungen in Düsseldorfer und Kölner Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Ein kleiner Pieks, aber ein großer Hoffnungsschimmer: Heute Mittag wurden die ersten Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegekräfte in Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Rheinland gegen COVID19 geimpft.

© Guido Schiefer
Die 92-jährige Gertrud Vogel wurde am 27. Dezember als erste in Köln geimpft.

In Köln ließ sich als erste die 92-jährige Gertrud Vogel aus dem Seniorenzentrum der Sozialen-Betriebe-Köln (SBK) in Riehl impfen; "Das ist eine tolle Sache", sagte die Kölnerin nach der Impfung, ich hoffe, dass sich möglichst viele impfen lassen." Die 92-Jährige wusste zuvor nicht, dass sie die erste in Köln sein würde. "Mein ganzes Leben habe ich nicht so einen Bahnhof erlebt", sagte sie mit Blick auf die riesige Medieninteresse. Sie freue sich darauf, wieder rausgehen und einkaufen zu können, wobei ihre Betreuerinnen und Betreuer auch in den vergangenen Monaten "wunderbar für mich gesorgt haben". Heute wurden die ersten 130 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 50 Pflegekräfte in Riehl geimpft.

Bei der Impfung dabei waren Henriette Reker, die Kölner Oberbürgermeisterin, und Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein. Reker sprach vom "schönsten verspäteten Weihnachtsgeschenk; wir können mit dem Impfen beginnen und damit die Pandemie bekämpfen." Reker lobte die enge Zusammenarbeit mit der KV Nordrhein. "Das erleichtert die Situation, das klappt in Köln sehr gut."

Bergmann sprach von einem guten Tag für Köln und fürs ganze Land. "Ich bin erleichtert, dass wir mit der Immunisierung starten können und Licht am Ende des langen Tunnels sehen. Vor uns liegt aber ein Marathon, der Monate dauern wird." Der KVNO-Chef dankte allen beteiligten Ärztinnen und Ärzten, vor allem dem KV-Kreisstellenvorsitzenden Dr. med. Jürgen Zastrow, und den Einrichtungen, "denen wir in den vergangenen Tagen auch mit der kurzfristigen, von der Politik gewünschten Terminierung viel zugemutet haben. Wir werden diese Herausforderung als Team stemmen."

"Schritt zur neuen Normalität in 2021"

Auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf fiel am Sonntagmittag im links-rheinischen Wohnstift Haus Lörick der Startschuss für die Impfungen gegen COVID19. Die 82-jährige Ursula Spehr erhielt als erste Bewohnerin den ersehnten Pieks, nachdem der Impfstoff am frühen Morgen in das Heim geliefert worden war. Für den Düsseldorfer Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller ist der heutige Impfauftakt ein wichtiger Schritt, der Hoffnung macht für eine Rückkehr in eine neue Normalität im kommenden Jahr 2021. "Heute ist ein Datum von großer Bedeutung."

Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein, lobte im Rahmen der Düsseldorfer Pressekonferenz an der Merkur-Spiel-Arena die "riesige organisatorische Leitung" aller an den Impfungen Beteiligten in den Heimen, der Stadt sowie der Ärztinnen und Ärzte. "Sowohl die Impfteams als auch die Impfzentren wurden innerhalb nur weniger Wochen entwickelt an den Start gebracht – das ist eine tolle Leitung und es ist eine gute Ausgangssituation für die große Impfaufgabe gegen COVID19 im kommenden Jahr", sagte König.

Insgesamt wurden heute in Nordrhein-Westfalen 9750 Impfdosen verimpft; jeder Kreis beziehungsweise jede kreisfreie Stadt hatte 180 Dosen aus der ersten Lieferung erhalten. In Nordrhein waren die mobilen Impfteams in etwa 30 Einrichtungen aktiv. Bis Anfang März sollen die Menschen in den 2300 nordrhein-westfälischen Senioren- und Pflegeeinrichtungen in allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten immunisieret und geschützt sein.

Noch keine Terminvergabe für Impfzentren

Hinweis: Die Terminvergabe für die Impfzentren, die unter der Hotline 11 6 11 7 erfolgen wird, ist noch nicht gestartet. Die Über-80-Jährigen sollen über ihre Impfberechtigung vor der Terminvergabe angeschrieben werden. Nach der Terminvereinbarung über die 11 6 11 7 erhalten die Impfberechtigten Post mit Terminbestätigung und weiteren Unterlagen, die zum Impftermin mitzubringen sind.

Wer in welcher Reihenfolge geimpft wird, entscheidet der Bund, der am 18. Dezember eine entsprechende Rechtsverordnung erlassen hat, die sich im Wesentlichen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts richtet. Grundsätzlich berücksichtigt die STIKO dabei, wer ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat beziehungsweise einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt ist.

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Christopher Schneider