Recht Letzte Änderung: 04.11.2021 16:30 Uhr Lesezeit: 2 Minuten

AU-Bescheinigungen und Rezepte bis Ende Juni weiterhin in Papierform möglich

Weil absehbar ist, dass die erforderlichen Prozesse und Komponenten für die eAU zum 1. Januar 2022 noch nicht flächendeckend zur Verfügung stehen werden, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nun per Richtlinie eine weitere Übergangsregelung erwirkt.

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Sie gilt auch für die ebenfalls zum 1. Januar 2022 vorgesehene Einführung des eRezeptes. Die Richtlinie ermöglicht es Vertragsärztinnen und Vertragsärzten, bis zum 30. Juni 2022 alternativ zur eAU und dem eRezept auch die etablierten Verfahren weiter zu nutzen – also Muster 1 für die AU und Muster 16 für die Arzneimittelverordnung. Für Krankschreibungen können zusätzlich Ausdrucke des sogenannten Stylesheets genutzt werden. Die beschlossene Regelung dient der Gewährleistung einer flächendeckenden Versorgung und soll verhindern, dass der Praxisbetrieb zum Jahresbeginn gestört wird.

Die KV Nordrhein hatte die KBV noch am 28. Oktober aufgefordert, sich für eine Verlängerung der Übergangsregelung zur Einführung der eAU bis zum Sommer kommenden Jahres einzusetzen. „Ich freue mich sehr, dass das nun so schnell gelungen ist“, kommentiert Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, die Verschiebung des Starts. „Es macht einfach keinen Sinn, den Praxen ein unfertiges Produkt aufzulasten. Es ist nun ausreichend Zeit, Technik und Übermittlungsprozesse für die eAU außerhalb des Praxisbetriebs eingehend zu testen und dann zur zweiten Jahreshälfte 2022 mit einer ausgereiften Anwendung verbindlich zu starten. Diese Lösung ist im Interesse der Ärzte, der Patienten und letzthin einer zuverlässigen Versorgung“, so Bergmann.