Letzte Änderung: 15.01.2021 16:29 Uhr

Ärztinnen und Ärzte in den Praxen verdienen Schutz!

Zur anstehenden politischen Agenda äußern sich die in der Freien Allianz der Länder-KVen (FALK) verbundenen KV-Vorstände heute wie folgt:

© FALK
Das Bild zeigt das Logo der freien Allianz der Länder-KVen.

„Die Pandemie stellt uns alle vor nie dagewesene Herausforderungen. Wir danken deswegen unseren Kolleginnen und Kollegen in den Praxen für die unermüdliche Arbeit, die sie jeden Tag leisten. Sei es in der eigenen Praxis oder in den unzähligen Corona-Sondereinrichtungen, die im vergangen Jahr geschaffen wurden, um der Pandemie Herr zu werden. Gerade diese Arbeit in der ersten Reihe gegen COVID-19 erfordert den dringenden Schutz der Vertragsärztinnen und -ärzte. Deswegen muss die Impfpriorisierung angepasst werden. Alle, die an vorderster Front gegen Corona aktiv sind, müssen unverzüglich geimpft werden.

Das KV-System und die Praxen bereiten sich bereits intensiv auf den Übergang der Corona-Impfungen in die Regelversorgung der Arztpraxen vor. Für einen möglichst reibungslosen Ablauf und eine hohe Anzahl an Impfungen bedarf es zwingend einer bürokratiearmen Lösung. Dokumentation und Abrechnung müssen über die Praxissoftware problemlos möglich sein, damit die Abläufe in den Praxen nicht unnötig erschwert werden. Jede weitere bürokratische Anforderung führt am Ende zu weniger täglichen Impfungen. Das kann niemand ernsthaft wollen.

Gleichzeitig kämpfen einige Kolleginnen und Kollegen auch um das wirtschaftliche Überleben. Viele Krankenhäuser haben ambulante Operationen abgesagt oder lassen die Niedergelassenen nicht mehr in die Kliniken. In anderen Praxen bleiben die Patienten aus, weil viele Menschen momentan Angst haben, überhaupt noch vor die Tür zu gehen oder sich in ein Wartezimmer zu setzen. Das Gesundheitssystem benötigt aber genau diese Praxen nach der Pandemie wieder für die Patienten-versorgung. Gerade angesichts des sich fortsetzenden Ärztemangels brauchen wir jede einzelne Praxis. Deswegen ist es unerlässlich, dass der finanzielle Schutzschirm, der im Jahr 2020 gegolten hat, verlängert wird. Hier ist die Politik gefragt, rasche und verbindliche Entscheidungen zu treffen, wie dies in Bremen bereits der Fall war.

Diese Punkte sind derzeit einige der drängendsten Probleme in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Wir fordern deshalb den Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dazu auf, diese Probleme und mögliche Lösungsvorschläge gegenüber der Politik und in der Öffentlichkeit nachdrücklich und deutlich zu vertreten.

Die Zusammenarbeit von Politik und Selbstverwaltung hat auch in der Krise gut funktioniert. Wir stehen laufend in einem konstruktiven Austausch, um die Situation in den Praxen zu verbessern. Diese Kommunikation wollen wir auch 2021 fortsetzen. Wir werden die Corona-Pandemie nur alle gemeinsam bewältigen können.“

Kontakt

Sven Ludwig

Christopher Schneider