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KV Nordrhein stemmt Logistik zur Verteilung von Schutzmaterial - Bedarf bleibt größer als Bestand

08.04.2020 Pressemitteilungen

Das zentrale Thema im Kontext der inzwischen verlangsamten Ausbreitung des Coronavirus bleibt die Verfügbarkeit von Schutzmaterial für die Arztpraxen. „Wir können nur fortlaufend darauf aufmerksam machen, dass wir eine kontinuierliche, flächendeckende und umfangreiche Ausstattung an Schutzmaterial für die Mediziner und ihre Mitarbeitenden brauchen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein betont: „Wir tun alles, was möglich ist, um vorhandenes Material so schnell wie möglich zu verteilen. Dazu haben wir eine aufwändige Logistik aufgebaut, die uns in die Lage versetzt, Teillieferungen jederzeit anzunehmen, zu verwalten und wieder auszuliefern.“    

Hoher Eigenanteil bei Beschaffung von Schutzausrüstung

Bislang wurden in Nordrhein bereits rund 1,3 Millionen Masken (FFP1 bis FFP3) beschafft, davon kam rund eine Million vom Bundesgesundheitsministerium – die übrigen hat die KVNO selber besorgt. Dazu kommen rund eine Million Schutzhandschuhe, über 350.000 Kittel und Hauben sowie über 4.700 Liter Desinfektionsmittel. In einer ersten Lieferwelle bis zum vergangenen Wochenende konnten an sechs Stationen nordrheinweit etwa 8300 Ärztinnen und Ärzte mit Schutzmaterial ausgestattet werden. In der heute startenden zweiten Runde werden fast alle ärztlichen Fachgruppen flächendeckend mit Schutzmaterial ausgestattet – sofern es die aktuellen Lieferungen an Schutzmasken, Handschuhen, Desinfektionsmittel und weiterem Material hergeben. „Wir wissen, dass der Bedarf nach wie vor viel größer ist als das vorhandene Material. Die Lieferungen helfen aber akut weiter, zumal wir den Praxen auch Hinweise zum sparsamen Umgang mit Schutzmaterial geben“, sagt Dr. med. Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein. Dennoch: Um die ambulante Versorgung, die einen wichtigen Schutzwall für die Krankenhäuser darstellt, aufrechtzuerhalten, wird viel mehr Material benötigt – nicht nur für die Regelversorgung. 

„Das Material wird auch in unseren Notdienstpraxen, beim Fahrdienst, also bei Hausbesuchen, und in den rund 50 Diagnosezentren in Nordrhein gebraucht, von denen 27 unter Beteiligung von Vertragsärzten eingerichtet worden sind“, sagt KVNO-Chef Bergmann. „Alle, die sich in diesen neu geschaffenen Strukturen bewegen, müssen maximal geschützt sein. Das gilt auch für die Versorgung von Patienten in Pflegeheimen“, so Bergmann. 

Ausbau von Versorgung ohne persönlichen Kontakt  

Um persönliche Patientenkontakte wo möglich zu vermeiden, gibt es inzwischen zahlreiche Ausnahmeregelungen, darunter eine erhebliche Ausweitung der Möglichkeiten zu Videosprechstunden. Gab es im Januar und Februar dieses Jahres noch rund 960 Anmeldungen von Ärztinnen und Ärzten in Nordrhein, so stieg die Zahl allein im März auf über 4300. 

„Das sind trotz der widrigen Umstände positive Entwicklungen, die dabei helfen, das Infektionsrisiko weiter zu senken“, sagt Bergmann. Es sei mit vereinten Kräften gelungen, die Verbreitung des Virus enorm zu verlangsamen. „Anfangs hat sich die Zahl der Corona-Infizierten alle zwei bis drei Tage verdoppelt, sodass wir ohne jegliche Maßnahmen heute schätzungsweise über 200.000 Infizierte allein in NRW hätten. Die Schließung von Schulen, Geschäften und Unterhaltungsbetrieben hat ein solches Szenario verhindert. Auch die Kontaktbeschränkungen haben uns zusätzlich Zeit gebracht. Ohne diese Maßnahme hätten wir jetzt ungefähr doppelt so viele Infizierte und die Belastung für Krankenhäuser und unsere Praxen wäre noch sehr viel größer.“