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Infos zur Influenza-Impfung

07.09.2020 KVNO aktuell, Verordnungsinfos

Nach Auskunft einzelner Firmen ist mit der Lieferung der ersten Impfdosen ab Mitte September zu rechnen. An den Empfehlungen für die Standard- und Indikationsimpfungen hat sich nichts geändert.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat in einer Stellungnahme begründet, warum der Kreis der zu impfenden Personen nicht ausgeweitet werden sollte. Im Epidemiologischen Bulletin 32/33 2020 legt die STIKO dar, dass zum Schutz der Menschen und zur Entlastung des Gesundheitssystems in der kommenden Influenzasaison 2020/21 mit den verfügbaren Impfstoffmengen der größte Effekt erzielbar ist, wenn die Influenzaimpfquoten entsprechend der STIKO-Empfehlung vor allem in den Risikogruppen erheblich gesteigert werden.

Die Praxen in Nordrhein haben den Grippeimpfstoff zu Beginn des Jahres vorbestellt und beziehen ihn über den Sprechstundenbedarf. In diesem Jahr stehen fünf tetravalente Impfstoffe zur Verfügung. Bei der Auswahl der Impfstoffe sollte auf die Wirtschaftlichkeit geachtet werden. Die Verordnung des nasalen Grippeimpfstoffes für Kinder über den Sprechstundenbedarf ist mit Mehrkosten verbunden und nach der Schutzimpfungs-Richtlinie nur im medizinisch begründeten Einzelfall möglich. Dieser sollte in der Patientenakte jeweils dokumentiert werden.

Auch in diesem Jahr werden einzelne Krankenkassen die Grippeimpfung als Satzungsimpfung anbieten. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen und die zusätzlichen Satzungsimpfungen können auch in diesem Jahr erst ab Oktober abgerechnet werden. Die Abrechnung der Impfleistung erfolgt hierbei, wie auch in den letzten Jahren, gegenüber der KV Nordrhein. Wir informieren Sie, sobald klar ist, für wen die Kassen über die oben genannten Gruppen hinaus, die Grippeimpfung bezahlen. Der Impfstoff für die Satzungsimpfungen wird auf einem Kassenrezept auf den Namen des Patienten verordnet.

Influenza-Impfempfehlung der STIKO

Standardimpfung
  • Standardimpfung für Personen ab dem Alter von 60 Jahren
Indikationsimpfung
  • alle Schwangeren ab 2. Trimenon (bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab 1. Trimenon)
  • Personen ab 6 Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, zum Beispiel chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD), chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten oder Diabetes mellitus und andere Stoffwechselkrankheiten
  • Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion oder HIV-Infektion
  • Bewohner in Alters- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
  • Berufliche Indikation:
    • Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, z. B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute Risikopersonen fungieren können. Auch Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln.

Die STIKO empfiehlt, sich im Oktober und November impfen zu lassen, da mit der Grippewelle erst zum Jahreswechsel zu rechnen ist.